Manchmal gibt es Menschen, die ihr Leben ganz gewaltig satt haben und bei denen der Glaube an die falsche Religion ziemlich viel Schaden anrichten kann. So ist es auch bei dem Nuklear-Experten Steven Arthur Younger, der bei einem Kriegseinsatz, feindliche Atombomben aufspüren sollte und nun zum Islam konvertiert ist. Er hat innerhalb von drei amerikanischen Großstädten angeblich Atombomben versteckt und droht nun in einem Video mit dessen Detonation am kommenden Freitag. Das bringt dementsprechend sowohl das FBI, als auch das Militär auf den Plan.
Im Grunde ist Unthinkable ein kleiner Film mit einfacher Grundvoraussetzung, der auch aufgrund seiner beinahe einzigen Location ein nettes Kammerspiel abgeben würde, aber brisanten Inhalt in sich birgt.
Neben den graphischen Folterszenen geht es aber um grundsätzliche moralische und ethische Frage. Inwieweit rechtfertigt Terrorismus Folterung? Wie weit reichen die individuellen Rechte, wenn Millionen Leben bedroht sind? Angeführt wird die Debatte von der taffen, aber bei Verhören unerfahrenen FBI Agentin Brody, die teilweise naiv auf Einhaltung der Genfer Konvention pocht und die eher menschliche Seite vertritt. Ihr Gegenpart ist der eher mysteriöse H, der einerseits der liebste Familienvater der Welt ist, aber dessen Methoden geradezu sadistisch ausfallen. Im Prinzip das alte guter Cop, böser Cop Spielchen. Der Zuschauer darf dabei selbst entscheiden, welche Partei oder Weltansicht er dabei unterstützt, denn im Grunde kann man die Motive beider Seiten nachvollziehen.
Gregor Jordan packt dieses moralische Dilemma in ein sehr unangenehmes Setting. Für einen Major Film sind die gezeigten Folterungen sehr explizit, da wird geschnitten und gehackt, was der Werkzeugkoffer hergibt und eskaliert bis hin zur Ermordung der Ehefrau von Younger direkt vor seinen Augen. Die FSK 18 sind jedenfalls nicht unberechtigt, denn auch draußen tötet eine Bombe 53 Unbeteiligte. Regelrecht fies dagegen das Ende, das zwar geschickt gemacht ist und alle Gedankengänge offen läßt, aber ich hätte jetzt verdammich nochmal doch gern gewußt, ob.......
Unthinkable vermag dabei durchaus nicht nur den Bombenleger, sondern auch den Zuschauer zu fesseln. Die guten Darsteller steigern noch zusätzlich die ohnehin eingängigen Bilder. Man kann eben auch ohne ein 150 Mio Megabudget gutes Kino erstellen, da fallen kleinere Makel kaum ins Gewicht. Zartbesaitete sollten aber tunlichst die Finger von lassen.
8/10