Staffel 1 - 8,5/10
Staffel 1
Wenn Durchschnitt zu Genie wird
Familien-Sitcoms sind ja sowas von 90er... Ein Statement, das „Modern Family“ seit locker einem Jahrzehnt widerlegt. Selbst wenn jetzt das Ende in Sicht ist, hat sich die Comedy um eine Patchworkfamilie im Pantheon der Sitcoms etabliert und das völlig zurecht. Dazu reicht schon ein (wiederholter) Blick auf diese ersten 24 Folgen des Premierenjahres. Hier sind meine Gründe, warum es auch jetzt noch Sinn macht, sich auf diese chaotisch-liebenswerte Familie einzulassen und man sich von der satten Episodenanzahl der gesamten Serie nicht einschüchtern lassen muss:
+ verlässliche Themen
+ sympathische Figuren (trotz oder gerade wegen ihrer Fehler)
+ offen, tolerant, liberal; aber nicht weltfremd
+ Identifikationsfiguren für fast jeden Lebensabschnitt
+ Al F*cking Bundy!!! Toll ihn wieder zu sehen. Hier eher „happy grummelig“. Wie könnte er auch anders, bei dieser Frau...
+ hohes Durchschnittsniveau; verlässliche Schmunzler und Lacher
+ Highlights, wenn die ganze Familie zusammen ist (z.B. beim Geburtstag und im Urlaub)
+ Spiel mit Klischees
+ modern aber doch irgendwie oldschool, 90er
+ Sofia Vergara o_O
+ zeigt, dass Kinder nicht perfekt sein müssen, um sie zu lieben und stolz auf sie zu sein
+ eingebautes Wohlfühlgefühl
+ „Moral von der Geschicht“
+ kurze, super leicht zu guckende Folgen
+ einfacher Einstieg jederzeit möglich
+ klasse Charakterisierungen über einen kurzen Zeitraum
+ ein ganz normales, schwules Pärchen
+ zeigt ungewöhnliche Pärchen mit Mäkeln und Altersunterschieden und Problemen
+ verlässlich und ungefährlich (wirklich mutig oder revolutionär ist das natürlich nicht)
+ wirft ein gutes Licht auf Amerika, zeigt dessen helle, offene Seiten
+ Alltagssituationen, die jeder nachvollziehen kann und kennt
+ (noch) keine Wiederholung der Themen
+ süß aber nie zu zuckrig
+ starkes komödiantisches Timing
+ Running Gags (z.B. kaputte Stufe)
+ weit überdurchschnittliche Kinderdarsteller
+ gut zum Nebenbeigucken
+ schon jetzt ein paar witzige Chameos von Stars (Edward Norton!)
+ solide deutsche Synchro
+ ein wenig „The Office“-Mockumentary-Flair (wenn auch sehr sporadisch und undurchdacht)
+ nicht zu amerikanisch, auch für Europäer nachvollziehbar
+ positiv aus der Serienzeit gefallen
Fazit: da dachte man familiäre Sitcoms hätten ausgedient, wären aus der Mode und voll 90er, in der Richtung hätte man schon alles gesehen - und dann kommt „Modern Family“ und drängelt sich mal eben an viel prominenterer Konkurrenz vorbei in den Olymp dieser Seriendisziplin. Top! (8,5/10)