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SATAN DER RACHE gilt völlig zu Recht als Kinskis bester Italo Western neben dem grandiosen IL GRANDE SILENCIO (aka LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG). Die Story ist schnell erzählt, eine 08/15 Rachegeschichte, in der Kinski sich für ein an ihm verübtes Unrecht rächt, dass ihn zehn Jahre seine Lebens gekostet hat.

Kinski spielt die Figur des Gary Hamilton mit eiskaltem Understatement. Hamilton ist letztlich ein gebrochener Mann, der nur noch für seine Rache lebt und selbst den am Ende zurückgewonnen materiellen Besitz verschmäht. Das bleibt in Erinnerung, unterscheidet sich aber fundamental von seiner Interpretation der Rolle des Kopfgeldjägers Loco in GRANDE SILENCIO.

Was den Film neben Kinskis Spiel weit über den Gebnredurchschnitt hinaushebt sind neben den ebenfalls gut agierenden Peter Cartsen, Marcella Michelangelli und Antonio Cantafora einige wirklich stark visualisierte Szenen, in denen Regisseuer Margheriti (im Gegensatz zu vielen anderen seiner Schundfilme) echtes Talent erkennen läßt. Teilweise scheinen die Einfälle in der Tornadonacht eher dem Genre des phantastischen bzw, des Horrorfilms entliehen zu sein, als dem Western (man denke nur an die Szene in der Kirche bzw. an das Läuten der Glocke). Auch der Vater - Sohn Konflikt und dessen Auflösung bleiben in Erinnerung.

Fazit: Starker, weit überdurchschnittlicher Spaghetti-Western - und das nicht nur wegen Kinski. 8/10

P.S.: Der deutsche Verleihtitel SATAN DER RACHE klingt natürlich schön schmissig - aber das Original ist auch nicht schlecht: E DIO DISSE A CAINO - Und Gott sprach zu Kain. Das wird im Abspann mit dem Zitat aus der Genesis aufgenommen und gibt dem Ganzen einen netten Beigeschmack, wenn man mit Kinski bzw. Hamilton auf dessen Rachefeldzug sympathisiert hat. Nur mal so ...

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