Eins vorweg: Die Aussage ist wirklich mehr als fragwürdig und ich hatte mir wirklich was anderes vorgestellt, aber das empfindet sicher jeder unterschiedlich.
Rein spannungstechnisch kann der Film aber auch nicht 100%ig überzeugen, er hängt an einigen Stellen doch ein bisschen durch, es passiert einfach zu lang nichts.
Wirklich gut gelungen ist aber die Atmosphäre. Der Film ist sehr düster gehalten, auch wenn gerade nur das Alltagsleben der Familie geschildert wird, hat man immer die religiös fanatischen (wirkenden?) Taten im Hinterkopf und die Spannung zwischen dem älteren Sohn und dem Vater ist jederzeit allgegenwärtig.
Die schauspielerischen Leistungen sind auch überdurchschnittlich gut, mir persönlich gefiel aber Matthew MacConaughey wesentlich besser als der so hochgelobte Bill Paxton. Sehr positiv fällt die Leistung des Jungdarstellers Matthew O'Leary auf. Er stellt die verzwickte Gefühlslage des älteren Sohnes sehr realistisch dar.
Die Gewaltdarstellung wird den ganzen Film über nicht sonderlich in den Vordergrund gehoben, nimmt jedoch gegen Ende, besonders in den Cut-Scenes, die die Sünden der "Dämonen" zeigen, etwas zu. Wegen den hackebeilschwingenden Kindern und überhaupt dem ganzen Szenario kommt das ganze aber doch recht gewalttätig rüber, die finale Grundaussage des Films berechtig die FSK 18 Freigabe, manch gläubiges, kleines "Bübchen" könnte da vielleicht auf dumme Gedanken kommen.
Der Film hätte durchaus überzeugen können, er wandelt sich jedoch gegen Ende genau in das Gegenteil der von mir erhofften Aussage um, die da wäre: Kritik an fanatisch Religiösen, die durch ihren extremen Glauben und ihr Schwarzweißdenken den Bezug zur Realität verloren haben. Tja, da hatte ich wohl etwas falsches erwartet, wäre aber auch sehr überraschend einen echt religionskritischen Film von Amerikanern, dazu noch von Texanern, geliefert zu bekommen. Dank der "Religiöse-Superhelden-Rächer" Tour bleibt ein ziemlich bitterer Nachgeschmack. Wegen der gut erzählten und einigermaßen überraschenden Story, den guten Darstellern und der gemütlich düsteren Atmosphäre gebe ich aber gerade noch 7/10 Punkten.