Review

Dämonisch(2001)

Sobald in einem düsteren Film irgendwelche religiöse oder fanatische Leutchen umher irren, ist bei mir normalerweise schluss mit Lustig. Wer erinnert sich nicht mit einem unangehmen Ziehen im Hoden an Marcia G. Harden in "Der Nebel". Ein toller Film, der jedoch an ihrer durchweg nervigen Darstellung leidet. Auch Paul Dano's Leistung in "There will be Blood" ist zwar bei mehrmaligen sehen durchaus eine besonderes bravouröse Leistung, schwankt aber in einigen Momenten (bewußt) an der Grenze der Erträglichkeit. Das es auch gänzlich faszinierend mit diesem herben Thema eingeht, bewies Kathy Bates in "Misery".

Und was macht Bill Paxton in "Frailty"(OT)...?

Ein mysteriöser Mann(Matthew McConaughey) kreuzt in einer stürmischen Nacht bei einer kleinen Polizeistation auf. Er hat eine Geschichte parat, die dem hiesigen Sheriff(Powers Boothe) besonders interssieren dürfte. Angeblich kennt er die wahre Idendität des Serienmörders "God's Hand". Also erzählt der Mann seine Geschichte. Diese beginnt, als er Zehn Jahre alt war und sein Vater(Bill Paxton) Botschaften von Engeln und sogar von Gott persöhnlich erhält. Diese Visionen bürden ihm die Aufgabe an, sich um Dämonen in Menschengestalt zu "kümmern". Der alleinerziehende Vater bindet seine beiden Söhne vollends mit ein...

Dieser Film packt ein schwieriges, ja einzigartiges Thema an. Regisseur Bill Paxton und seinem Drehbuchautor Brent Henley gelingt es, in Rückblenden ein wirklich an die Nieren gehender Alptraum zu schaffen, der geschickt grafische Akte ausblendet(FSK 16 hätte es auch getan) und sich voll und ganz auf die Beziehung vom gottberufenen Vater und dessen zwei Söhne richtet. Mit wenigen Mitteln schafft Paxton eine starke Atmosphäre und überzeugt vor allem als Darsteller. Zwischen dem liebevollen Anfang und dem berstenden Ende seines Leinwandauftritts, beherrscht er die Szenerie mit einem manischen und geradezu hypnotischem Spiel. So macht man das wirklich überzeugend.

Auch McConaughey in der Rolle des Off Comments überzeugt mit einer vielschichtigen Leistung und bestätigt erneut...der Kerl braucht einfach nur die richtigen Drehbücher.

Tja und was macht man als Regisseur bei solch einem Thema. Man braucht einen Twist. Um genauer, aber nicht zu genau, darauf einzugehen. Hier werden Twist in einer geradezu unanständigen Masse aufgefahren. Der Interessante erste Teil droht darunter zu zerbrechen und rückt einige Dinge in ein völlig diffuses Licht. Das kann und darf man schlecht, unpassend und völlig unkorrekt finden. Und auch ich bin hier etwas hin und her gerissen...ABER.

Dieses mystische Finale macht zumindest eines. Es beschäftigt. So unmöglich(im Sinne von...das darf doch nicht wahr sein) es auch erscheinen mag...diesen Film sollte der Fan intelligenter und wendungsreicher Horror Filme mal gesehen haben. Auch wenn man von diesen symbolischen Filmen hier und da genervt werden kann.

7/10

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