Überraschend guter und höchst interessanter, auf zwei Handlungsebenen spielender Film, den Bill Paxton hier zu Tage gebracht hat. Einerseits steht in der Gegenwart der so genannte "God's Hands"-Killer im Mittelpunkt und andererseits die in der Rückblende erzählte Kindheit von zwei Brüdern, deren Vater im Glauben ist, ein durch Gott legitimierter Dämonenjäger zu sein. Einer der beiden Brüder meldet sich beim FBI mit der Aussage, er wisse, wer der gesuchte Serienkiller sei. Des Weiteren schildert er dazu seine Kindheit, womit nun begonnen wird, beide Handlungsstränge zusammen zu flechten.
Weniger die Erzählweise ist es, (die, wie man vermutet, natürlich einen Plottwist anstrebt, denn den Haken an der von dem einen Bruder geschilderten Geschichte spürt man jeder Zeit) die hier so glänzt, sondern vielmehr die verstörende These, die der Film am Ende hinterlässt. So ist die Storyauflösung in ihrer Gesamtheit ebenfalls ein geschickter Schachzug, doch die hinter allem steckende Grundidee beschäftigte, zumindest mich, mehr. Da haben wir eine idyllische Kleinfamilie samt Vater und seinen zwei Söhnen und plötzlich meint das Familienoberhaupt eines Tages, von Gott persönlich erleuchtet und berufen zu sein, nun die Dämonen auf der Erde zu vernichten. Seine Offenbarung erscheint natürlich auf den ersten Blick völlig bizarr; sein Verhalten später noch vielmehr. Denn Vater schafft zunächst noch in größeren Abständen wirklich immer wieder einmal einen Dämonen ins Haus, unterrichtet seine Söhne über die Dinge und bringt die böse Kreatur anschließend zur Strecke. Das Problem dabei ist nur, dass die angeblichen Dämonen wie gewöhnliche, unschuldige Menschen aussehen, worin logischerweise der größte Zweifel an den Taten des besorgten Vaters besteht. Nur durch Auflegen der Hand auf den Dämon, so behauptet er, identifiziert man das Böse und seine schrecklichen Taten.
Der ältere der beiden Söhne kommt dem Ganzen genauso skeptisch gegenüber wie wir. Daraus baut sich ebenfalls noch ein später sehr dramatisch verlaufender Konflikt auf. Was ist aber eigentlich, wenn sein Vater nun doch kein Wahnsinniger oder an Schizophrenie Leidender ist? Was, wenn Gott wirklich Vollstrecker in seinem Namen entsandt, um die Dämonen auf der Erde zu vernichten? - Für jeden normal denkenden Menschen wirkt dies natürlich reichlich abstrakt und unvorstellbar, und doch lässt "Dämonisch" ein mulmig anmutendes Hintertürchen in dieser Frage offen, wo ihm gleichzeitig eine gewisse Faszination nachkommt.
Um die also durchaus vorhandenen, unheimlichen Grundideen jedoch optimal zu verwirklichen, fehlte es Bill Paxton, der hier im Übrigen wie eigentlich alle Darsteller kaum Wünsche offen lässt, etwas an inszenatorischer Konsequenz, um die aus dem Skript hervorgehende Stimmung intensiver auf den Bildschirm zu projizieren. Die Akustik, als eines der hier entscheidendsten Mittel, vermehrt einzusetzen, hat man verschlafen, sodass es leider leichte atmosphärische und demzufolge auch Spannungs-betreffende Defizite gibt.
"Dämonisch" hat daran nun etwas zu knabbern, kann sich aber durch intelligente Plotwendungen und die interessante Grundidee trotzdem überaus gut verkaufen. Auch wenn Bill Paxton als immerhin schauspielerisch fest in seinem Element verwurzelte Eiche auf dem Regiestuhl hier nun noch nicht alle Register gezogen hat, so bleibt "Dämonisch" für Liebhaber gewisser Kult-Mystery-Serien trotz kleinerer Mängel doch mehr als nur eine Empfehlung.