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Reife Countryballade

Jeff Bridges als abgehalfterter Countrysänger mit Alkohol-, Karriere- und Liebesproblemen gegen Ende seiner 50er… „Crazy Heart“ ist wundervoll altmodisches Charakter- und Musikkino mit Weite, Tiefe und Ruhe!

„Crazy Heart“ ist ein bitterschönes Charakterdrama. Uramerikanisch, zeitlos, rhythmisch. Jeff Bridges hat alle Preise der Welt verdient. Er ist Herz, Seele und Leber dieser warmen Geschichte. Die Songs sind schön, da bin ich in diesem Musikgenre aber bei weitem nicht bewandert genug, um das zu bewerten oder zu erklären, woher sie kommen und wem sie eigentlich gehören. Bridges (und auch Farrell!) interpretiert sie jedenfalls hörenswert und authentisch. Es wird nie predigend, kitschig oder melodramatisch. Es wird nie zu trist, traurig oder hoffnungslos. Aber ein Feel Good-Movie ist’s auch nicht. Die Balance stimmt einfach auffällig gut. Die Laufzeit übertreibt's nicht. Die Canyons, Sonnenuntergänge und Landschaften sind atemberaubend. Eine Bildsprache wie eine Umarmung. Selbst wenn diese etwas nach Whiskey riecht. Alles ist durchzogen von einem wahrhaftigen und glaubhaften Understatement. Ruhig, ruhend, lange Zeit innerlich rastlos. Kein Widerspruch. Tolle Schauspielleistungen durch die Bank. Stilvoller Humor. Dennoch ernsthaft genug. Bars, Bier und Gänsehaut. Kostbar. Ein Hit! 

Fazit: Bridges spielt legendär gut und insgesamt wirkt „Crazy Heart“ wie ein Film der alten, amerikanischen Schule - was absolut positiv gemeint ist und heutzutage ganz, ganz rar erscheint! Und dafür muss man nicht zwingend Countryfan sein. Kinofan reicht. 

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