Review

So, jetzt mal eine etwas lässigere Review-Struktur als sonst, denn bei diesem Machwerk kann man (fast) einfach nicht anders:

Was sich Rob Zombie bei der Inszenierung von "Halloween 2" gedacht hat würde ich schon gerne wissen. Dem Film geht sämtliche Atmosphäre ab und bildet überwiegend eine Vernetzung aus belanglosen Szenen, was schon bei der viel zu langen Traum-Hatz durchs Krankenhaus zu Beginn anfängt. Der Film spielt zwei Jahre nach dem Vorgänger und Laurie lebt inzwischen bei den Bracketts. Loomis hat das erste Remake überlebt, scheint aber einen gehörigen Gehirnschaden davon getragen zu haben, da er wild fluchend als Medienhure für sein Buch durch den ganzen Film hinweg auf PR-Tour geht. Bis zum Finale macht er nämlich nix anderes. Was Michael Myers während den vergangenen zwei Jahren gemacht hat weiß der Geier und warum er nicht schon im Jahr zuvor aufgekreuzt ist will man dem Zuschauer auch nicht erklären. Offenbar hatte er an Halloween 2008 keinen Bock und hat sich 'nen gemütlichen Abend gemacht. Nun hat er permanent Halluzinationen von Mami und seinem jüngeren Ich, die ihn antreiben sich durch eine Horde unwichtiger Figuren zu metzeln. Denn einige Morde wirken nur gestellt und reichlich unnötig (z.B. das Abmetzeln der Hinterwäldler und der Stripbudenbesitzer). Und warum Rob einem andauernd seine Frau ins Bild drückt lässt sich wohl nur damit erklären, dass die Olle ihn sonst nicht ran lässt, wenn sie keinen Part in einem seiner Filme hat. Denn Sheri Moon Zombie wirkt hier schon regelrecht überpräsent.

Nachdem Michaels einige "wichtigere" Personen des Films gekillt hat, verschleppt er Laurie in eine alte Hütte  und will sie dort offenbar mit Hilfe der besagten eingebildeten Figuren auf die dunkle Seite der Macht ziehen. Am Ende scheint ihm das dann auch gelungen zu sein. Insgesamt finde ich das Ende mal überhaupt nicht gelungen. Auch ansonsten kann H2 in keiner Sekunde mehr mit dem soliden Vorgänger mithalten. Michael mutiert hier zu einem weiteren Muttersöhnchen-Killer wie Jason und Bates, der auf die Befehle von Mami hört. Vom personifizierten Bösen ist da kaum noch was zu sehen. Die Fuck-Quote ist dann auch noch recht hoch. Würde man einen Fuck-O-Meter anwerfen, um die Quote zu messen, dann würde da bestimmt eine dreistellige Zahl bei raus kommen. Ohnehin scheint sich der Wortschatz der meisten Protagonisten nur aus diesem Wort und Pornodialogen zu begrenzen.

Rob Zombie hat sich mit diesem Film alles andere als einen Gefallen getan. Dagegen ist selbst das "Freitag, der 13."-Remake richtig klasse geraten. Mögt mich steinigen, aber ich fand Zombies Filme bisher alle nicht so genial, wie sie manche hinstellen. "Haus der 1000 Leichen" war Schrott, "The Devil's Reject's" war noch ganz ok und auch das "Halloween"-Remake war in Ordnung. Daher könnte man davon ausgehen, dass sich Rob von Film zu Film steigern würde. Mit dem H2-Remake macht er allerdings eine gewaltigen Rückschritt. Und bis auf Danielle Harris (Düstere Legenden), Brad Dourif (Alien 4) und mit Abstrichen Scout Taylor-Compton kann ich den meisten Darstellern auch nix abgewinnen.

Einen dritten Teil braucht es nicht wirklich. Und wenn man schon hört, dass dieser in 3D daher kommen soll (um evtl. noch mehr Schwächen zu kaschieren?), dann ahne ich schon Schlimmes. Es ist auch stark davon auszugehen, dass Sheri Moon auch dort wieder 'ne Rolle inne haben wird. Dann doch lieber die Original-Reihe mit Jamie Lee Curtis, Danielle Harris und Donald Pleasence.

Details
Ähnliche Filme