Review

Endlich ist er da. Naja zumindest der USA Import. Für das deutsche Release müssen wir uns noch ca. 7 Wochen gedulden und wie Sunfilm jüngst bekannt gab, dürfen wir uns auch hierzulande über den ungeschnittenen Directors Cut freuen. Habe da zwar meine Zweifel, aber man wird sehen. Abgesehen davon sind viele Horrorfilme im O-ton einfach noch authentischer, auch wenn ich bei Halloween 2 nur ca. 70 % verstanden habe. Hier ist es aber wie so oft nur sekundär, da der Augenmerk auf anderen Dingen liegt.

"Halloween 2" setzt nathlos an das Ende vom Remake an und beginnt gleich mit einer furiosen Traumsequenz von Laurie. Hier gibt Rob Zombie gleich mal eine Kostprobe von dem, was einen noch im Laufe des Films erwartet. Michael Myers der ja seit dem Remake im Jahr 2007 anabole Steroide verabreicht zu scheinen bekam, zeigt hier sehr klar wie wichtig es ihm ist seine Schwester zu finden, und somit auch sein Werk zu vollenden. Kompromisslos und bestialisch tötet er alles was sich ihm in den Weg stellt. Dabei sind die Morde nicht immer explizit, aber genau dadurch ist die Wirkung noch viel schockierender und realistischer. Empfehlenswert ist es, den Film über eine Soundanlage zu schauen, denn nur dann kann der geniale und sehr effektive Score seine Wirkung entfalten. Gänsehaut ist bei Zombies Halloween Filmen keine Seltenheit. Übrigens fehlt der berühmte Theme von John Carpenter komplett. Lediglich beim Abspann ist er kurz zu hören. Mich hat das nicht gestört, denn "Halloween 2" 2009 ist nicht "Halloween 2" 1981. Das ist zumindest meine subjektive Meinung und ich gehöre nicht zur ganz jungen Generation.

Aber wieder zurück zum Anfang. Nach dem harten Einstieg wird es ein wenig ruhiger und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Laurie ist ein psychisches Wrack und wohnt bei ihrer Freundin die bekanntlich beim Remake überlebt hat und deren Vater welcher Polizist ist. Während Michael Myers aus dem Gefangenen Transport flüchten kann und sich auf einen langen und erbarmungslosen Weg zu seiner Schwester macht, fällt diese immer weiter in tiefe Depressionen. Scout Tayler-Compton hat mich mit ihrem Geschrei schon beim Remake etwas genervt, aber hier setzt sie nochmal einen drauf. Auf der anderen Seite spielt sie die fertige und von ihrem psychopathischen Bruder verfolgte Laurie brilliant. Hut ab vor dieser schauspielerischen Leistung. Genervt hat sie mich aber trotzdem wieder.

Die vielen negativen Kritiken welche der Film erfahren hat kann ich nicht so recht nachvollziehen. Auch die Sequenzen, wenn bei Michaels Morden ein weißes Pferd und seine Mutter im Hintergrund auftauchen und Zombie seiner Frau Sheri Moon nur wieder eine Rolle verschaffen wollte, wurde als total lächerlich bezeichnet. Das empfand ich nicht so. Zombie hat eben Michael Myers, genau wie Marcus Nispel letztes Jahr seinen Jason Voorhees weiterentwickelt und ihm so etwas wie eine Seele verschafft. Und wie schon beim Remake ist es das was Halloween 2 ausmacht. Die Seele. Michael Myers ist ein kaltblütiger Killer und hat trotzdem Gefühle. Von diesem Aspekt her ist Rob Zombie einer großer Wurf gelungen.

Fazit:

"Halloween 2" ist nicht nur ein gewöhnlicher Slasher wie man ihn zu Hauf findet, sondern ein spannender, blutiger und vielseitiger Horrorfilm geworden. Für viele mag er bei weitem nicht der beste Halloween sein, aber für mich hat Rob Zombie mit seinen  Halloween Filmen zwei beeindruckende Werke hingelegt, die außer das Original von Carpenter alle anderen Sequels weit hinter sich lassen. Wer den härtesten Michael Myers der Halloween Geschichte erleben möchte, sollte sich den Import besorgen, oder in seinem Kalender den 12. März rot markieren!

9,5 von 10

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