Review

Rob Zombie und Halloween

Die "II" im Titel verräts bereits, das ist nicht Zombies erster Streich.Um das Review einzuleiten springen wir drei Jahre zurück ins Jahr 2007.Da erschien nämlich das erste Remake von Rob Zombie,welches allerdings mehr eine Neuinterpretation als ein "echtes" Remake darstellte.Das war auch der größte Kritikpunkt meinerseits, es gibt zwar einige Parallelen zwischen "Remake" und Original, trotzdem sind beide kaum vergleichbar.In Teil 1 wird die erste Hälfte des Filmes von Zombie dafür verwendet, Micheals Jugend aufzudecken und zu erklären, bevor die eigentliche Handlung beginnt. Durch die Charakterisierung Myers wird ihm ein Teil seines Images als "Das Böse" genommen,von dem damals eine Bedrohung ausging.Ich machs kurz, mir hat Teil 1 nicht sonderlich gefallen.Punkt. Daher waren die Erwartungen an einen zweiten Teil auch nicht besonders groß.Ob meine Befürchtungen sich bewahrheitet haben, oder ich zu voreilig war,  lest ihr im Folgenden:

Story:

Hier muss ich bevors ans Eingemachte geht, gleich mal etwas meckern. Die Story ist zu wirr erzählt,woran die Sprünge zwischen Realität und Einbildung nicht ganz unschuldig sind.Deswegen übernehme ich jetzt mal keine Garantie für 100% Richtigkeit des Ganzen.

Prinzipiell dreht sich das Geschehen um ein Mädchen, welches schon in ihrer Kindheit mit Micheal Myers zu tun hatte.Sie und ihre Freundin sind aber entkommen ( ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob das vielleicht im ersten "Remake" erzählt wurde?) und seitdem plagen sie Alpträume.Obwohl sie Myers eigenhändig erschossen hatte,wurde seine Leiche nie gefunden.Und was soll ich sagen - Totgesagte leben länger...

Kritik:

Der wohl wichtigste Satz in meiner Kritik findet sich gleich hier: Alte Halloweenveteranen sollen versuchen den Film nicht als Remake, sondern als eigenständigen Film mit Halloweenanleihen zu sehen. Zu viel wurde hier im Bezug auf das Original verändert - sei es in Form von Handlung oder in charakterlichen Änderungen lieb gewonnener Darsteller.

Ursprünglich wollte ich hier jetzt über den Grund der mangelden Härte sinnieren, allerdings scheint der Film laut Eintrag trotz Directors Cut und "Brutalitätsanpreisung" auf der DVD gekürzt zu sein - schade.

Trotz der Kürzungen ist der Film auch in der Videothekenfassung hart und kompromisslos.Obwohl Micheal durch das vergangene Remake eine Charakterisierung erhalten hat ist er immernoch eines nach wie vor: Gewissenlos. Und das spiegelt sich auch im Film wieder - er zeigt keine Reue und Leichen pflastern seinen Weg.

Die von Zombie eingestreuten Traumsequenzen, Musikeinlagen sowie die generelle Verwendung von Musik sind recht ungewöhnlich und passen teils gut, teils weniger gut ins Gesamtbild.Aber wie schon erwähnt, ich sehe den Film als Eigenkreation und nehme das jetzt einfach mal als Stilmittel hin.

Der Wegfall der eher langatmigen Theapiestunden von Micheal erhöhen das Tempo spürbar was dem Film sehr zu Gute kommt.Leider wird das durch die, für die Handlung nicht wirklich wichtigen, Therapiestunden der Hauptdarstellerin wieder etwas abgebremst.

Die Schauspieler machen ihre Sache gut und spielen recht glaubwürdig, das einzige was mich etwas stört ist der übertriebende Gebrauch von "Fuck". Das passt einfach nicht zu Halloween, egal ob neu oder alt.Dafür können die Schauspieler zwar weniger, passt mir gerade aber als abschließender Satz sehr gut ;)

Fazit:

Als Remake taugt der Film nicht wirklich was, da wurde mir einfach zu viel rumgewurschtel und verdreht. Als eigenständige Neuinterpretation kann sich Rob Zombies Halloween aber durchaus sehen lassen. Ich vergebe trotz einiger Mängel 8/10  Punkten und behalte mir ein evtl Wertungsupdate der Uncut Version vor.




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