Wie im 1ten Sequel zum alten "Halloween" schließt Zombie die Handlung nahtlos an seinen bislang kommerziell erfolgreichsten Genrefilm an. Michael ist tot, was die Figuren denken, aber der Rezipent weiß natürlich, das dem nicht so ist. Nachdem sich der Meuchelmörder nach einem folgenschweren Crash, aus dem Staub macht, vergeht ein Jahr, bis er an Halloween sein blutiges Werk vollenden will. Zombie kreierte einen viel schmutzigeren Look und die derben Dialogen kommen noch stärker vor. Spannung ist leider ein Fremdwort, denn der Film hat viele Hänger und in den Füllszenen in denen Michael irgendwelche schrägen Typen und dummen Tussen abmurkst, kommt nie echte Suspense auf, denn es halt recht einfach konstruierte Momente. Die Charaktere vor allem Dr. Loomis, aber auch Laurie haben sich weiterentwickelt, aber mehr zum negativen hin. Dr. Loomis (ätzend toll: Malcolm McDowell) ist zu einem raffgierigen, sensationsgeilen Arschloch mutiert, das aus dem Geschehenen viel Geld macht und Laurie ist ein übernervöses Grunge - Girl. Die einzig liebenswerten Personen sind Sheriff Brackett (überzeugend: Brad Dourif) und seine Tochter Annie (latent verstört: Danielle Harris), denen das Mantra jener blutigen und brutalen Nacht, noch irgendwo zusetzt. Für seinen erneuten Abstecher ins beschauliche Haddonfield, legt Zombie erneut viel Wert auf eine recht komplexe Story und morbid makabre Alptraumszenarien in denen Michael sein junges Alter Ego, samt Mutter zum munteren Weitermetzeln ermuntern. Natürlich will Michael nur seine Familie endlich wieder zusammenhaben, doch sein Plan offenbart einmal mehr seine Gefühllosigkeit und die fehlenden Einsicht, das man vielleicht niemanden um die Ecke bringen müsste. Tyler Mane entwickelt den Maskenkiller konsequent weiter, was vielen Fans vor den Kopf gestoßen ist. Denn über weite Strecken, trägt Michael seine allseits berühmte Maske nicht und wirkt daher eher wie ein Landstreicher oder gar Penner. Dabei ist es eigentlich toll, das Zombie dem alten Killer Michael so etwas wie ein Profil verpasst und ihn aus der gesichtslosen Masse der vielen Kinopsychokiller hervortreten läßt. Auch gelungen ist die Krankenhaussequenz, in der Michael ordentlich die Sau raus läßt und die weiten Flure und Gänge, in ein Schlachtfeld verwandelt, wobei der Mord an der Krankenschwester doch sehr lang und ausgewaltzt wird, denn Michael sticht nicht dreimal zu, sondern gefüllte 20zig mal. Der finale Akte in einem kleinen Häuschen, samt Gastaufritt von Richard Riehle ("Hatchet" & "Ken Park") ist der absolut Höhepunkt. Leider entpuppt sich diese Sequenz als totaler Mumpitz und schlechter Traum. Nun ja, Zombie wollte nicht den ganzen Film in einem Krankenhaus spielen lassen. Somit kann man dem kompletten Film, eine eigenständige Note zusprechen. Allerdings macht die Spannungsarmut, der inflationäre Benutzt von Fäkalwörtern und einige Füllszenen, auch diesen neueren "Halloween" nicht zu einem Meisterwerk, sondern zu recht kurzweiliger Popcornunterhaltung, die mehr sein will, als nur ein weiterer Slasher. Dagegen ist auch nix zu sagen, doch Zombie stopft den Film so dermaßen mit Ideen, Momenten und Zitaten voll, das einem auf Dauer die Lust auf Michael Myers und seinen überaus brutalen Sticheleien vergeht. Ebenfalls kontraproduktiv, dürften die Schnitte in der Verleihfassung und der Kaufhausversion sein. Dennoch ist der Film trotz gut 3 Minuten unterschied im offenen Handel, ein langer und ausführlicher geworden. Es fehlen nur die Gewaltspitzen und die Handlung bleibt komplett.
Fazit: Kein Klassiker, Meisterwerk oder Glanzpunkt im ewigen Slasherzirkel, sondern straighte kurzweilige Kost mit guten Darstellern und einem Michael mit Profil. Dafür gibts 7 von 10 ausgestochenen Augen!