Rob Zombies Remake zu John Carpenters „Halloween“ spaltete das Fanlager gewaltig. Entweder man mochte oder hasste Zombies Interpretation. Dabei sollte man aber wenigstens so ehrlich sein und zugeben, dass Rob einen anderen Weg einschlug, als das das Original 1 zu 1 nachzuerzählen und schon alleine dafür sollte man ihn loben. Für Rob war das Kapitel „Halloween“ damit aber noch nicht zu Ende. Nun wollte er mit der Fortsetzung zum Remake (keine Angst, es ist kein Remake des ersten 2. Teils) so richtig Gas geben, im Zombie Style!
Die Geschehnisse aus Teil 1 haben Laurie Strode mächtig zugesetzt. Ihr Leben ist komplett aus den Fugen geraten und Angstzustände vor Michael Meyers bestimmen ihr Leben. Obwohl Michaels Körper nie aufgefunden wurde, wird er von allen für tot gehalten. Natürlich ein fataler Fehler, denn das Halloween Fest steht erneut vor der Tür.
Zombies zweiter Teil bietet schon einiges mehr als man hier in den paar Zeilen lesen kann. Die Geschichte wirkt ausgesprochen gut weitererzählt und die Figuren realistisch. Dabei sei gleich darauf hingewiesen, dass der Directors Cut der Kinofassung vorzuziehen ist, da den Charakteren noch mehr Tiefe verliehen wird. Lediglich das Ende der Kinofassung wirkt besser im direkten Vergleich. In Sachen Gore gibt es dabei keine Unterschiede.
Schön ist es, dass Zombie die komplette alte Cast zusammentrommeln konnte, jedenfalls die, die Teil 1 überlebt haben. Vor allem Scout Taylor-Compton als Laurie Strode macht ihre Sache ganz fantastisch. Das psychische Wrack spielt sie hervorragend. Neben ihr können auch Brad Dourif und Danille Harris, welche auch schon in der originalen Reihe in Teil 4 und 5 zu sehen war, überzeugen. Auch diese Rollen wurden realistisch weiterentwickelt. Lediglich der Charakter des Dr. Loomis, erneut Malcom McDowell, wirkt in seiner Arschlocheinstellung als erfolgreicher Autor übertrieben und unnütz. Seine finale Wandlung, zum alten Ich ist dann nicht wirklich nachvollziehbar. So oder so, kann sich die darstellerische Liga aber sehen lassen.
Neben der ganzen Zerrissenheit der Hauptdarsteller, darf natürlich Michael Meyers, wieder verkörpert von Tyler Mane, nicht fehlen, der mittels mystischer Sinnbildern, von seiner Mutter getrieben, Laurie nach Hause holen soll. Von daher bekommt unser Michael eine Motivation verpasst, die vielen alten Fans nicht schmecken dürfte, ebenso das Design von Herrn Meyers, da der gute tatsächlich häufig ohne Maske zu sehen ist. Auch wenn es komisch klingen mag, es passt zu Zombies „Halloween“ Version.
Leider bekommt Zombie nicht so ganz die Kurve in seinem Abenteuer. Die Slasher Elemente bleiben trotz einiger durchaus brutaler Kills auf der Strecke und auch so kann sich der Film nicht so recht einordnen. Es bleibt zum Ende hin ein leicht unbefriedigtes Gefühl zurück, sicherlich auch deswegen, da man merkt, dass Zombie um jeden Willen einem weiteren Vergleich zu Carpenters Version vermeiden wollte, indem er dem Produkt unweigerlich seinen Stempel aufdrückte – keine Verwendung der bekannten Halloween Score bis auf den Abspann, Michaels Aussehen, Umgestaltung von Dr. Loomis und ein sehr düsteres und dreckiges Bild in 16mm.
Eins bleibt aber dennoch sicher, „Halloween II“ ist ein Horrorfilm. Und so dürfen sich auch die hart gesottenen Fans über einen absolut kaltblütigen Michael Meyers freuen, der mit so brachialer Gewalt seine Opfer auseinandernimmt, dass man da schon schlucken muss. Egal ob unzählige Messerstiche oder ein zertretener Kopf, es geht zu Sache, so dass es nicht verwundert, dass der Film in den deutschen Versionen Federn lassen musste.
Nebenbei sei noch erwähnt, dass Zombie in den ersten Minuten, für die Die Hard Fans den originalen „Halloween II“ nicht ganz vergessen hat.
Fazit: Düstere, dreckige Fortsetzung, die im Prinzip außerordentlich gelungen ist, aber die vielen tollen Einfälle nicht richtig kombinieren kann. Wer ein reines Michael Meyers Abenteuer erwartet, wird nicht glücklich mit diesem Film, wer allerdings etwas offener an die Sache herangeht, der kann einen interessanten Psychotripp begutachten.