Review

Vorsicht, Spoiler sind möglich!

Was zum Teufel ist denn in Rob Zombie gefahren? Entweder wurde er nach dem relativ erfolgreichem ersten Teil größenwahnsinnig, oder er war einfach mit dem Kopf ganz woanders. Die Fortsetzung des Halloween Remakes ist, nach interessantem Beginn, eine absolute Katastrophe. Fassen wir mal zusammen : Was machte die Halloween Serie immer aus? Genau, der stumme Killer mit der weißen Maske. Man sieht sein Gesicht fast nie, außer es werden Kindheitsausschnitte gezeigt. Auch das Michael Myers im Remake als Kind spricht, ist am Anfang zwar gewöhnungsbedürftig gewesen, aber durchaus akzeptabel kreiert worden. Was sich aber Rob Zombie mit diesem zweiten Halloween Film erlaubt, ist einfach unglaublich. Wie viele Tabus darf man in einem Halloween Film eigentlich brechen? Man sieht Michael Myers hier häufiger ohne Maske, als mit Maske. Und wie er aussieht, um Gottes Willen! Lange Haare (ok, die waren im Vorgänger noch ganz stylisch) und mega Vollbart ala Santa Clause. Nein, das hatte mit Michael Myers nun wirklich nichts mehr zu tun. Auch das Geschrei von Michael beim Töten ist deutlich lauter geworden und passt ebenfalls nicht zu dem Michael Myers den man sonst kennt. Aber die schlimmsten Dinge kommen erst noch. Bei einem Halloween II Remake hätte ich durchaus andere Sachen erwartet, doch dieser Film geht einen derart eigenen und neuen Weg, dass man weder von einem Remake, noch von einer Neuinterpretation sprechen kann. Rob Zombie lässt schlicht und ergreifend einen voll-bärtigen Hünen mit Michael Myers Maske auftreten, der aber nicht mal ansatzweise an den "Charme" des echten Michael Myers ran kommt, ja nicht ein mal an den "Charme" von Zombie's ersten Halloween Film. Eigentlich sah es in der Anfangsphase so aus, als ob wir tatsächlich ein richtiges Remake vom zweiten Teil kriegen, welcher die meiste Zeit im Krankenhaus spielt. Doch nach einer ewig lang gestreckten Traumsequenz sind plötzlich zwei Jahre vergangen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Scout Taylor-Compton spielt Laurie Strode so unglaublich schlecht und nervig, dass man sich die ganze Zeit über wünscht, dass die lange Szene am Anfang kein Traum gewesen ist. Richtig schockiert war ich auch von Malcolm McDowell als Dr.Loomis, der hier zu einem halben Bösewicht mutiert ist, dem Geld wichtiger ist als die Opfer von Michael Myers. Wir erinnern uns : Donald Pleasence spielte einen sehr feinfühligen Dr.Loomis, der es sich als Lebensziel gesetzt hat, Haddonfield vor Michael Myers zu beschützen und wenn er sein Leben dafür geben muss. Das, was uns McDowell hier vorzeigt, hat mit Dr.Loomis nun wirklich nichts mehr zu tun. Achja und weil das ja im 5ten so "gut" ankam, gibt es auch hier wieder telepathische Fähigkeiten zwischen Michael und der Hauptdarstellerin. Diesmal ist es halt Laurie statt der kleinen Jamie. Und wir bekommen auch endlich mal einen Eindruck davon, wie Michael Myers die Welt mit seinen Augen so sieht und ich konnte bei diesen Szenen nur meine Hände vor mein Gesicht klatschen. Wir sehen Michaels Mutter im weißen Gewand neben einem weißen Pferd. Nein, ich scherze nicht! Die Mutter wird mal wieder von Rob Zombie's Gattin Sheri Moon Zombie verkörpert und man bekommt ernsthaft den Eindruck, dass Rob Zombie seine Frau mit allen Mitteln in seinen Filmen haben will, egal wie unglaubwürdig es auch rüber kommen mag. Ebenfalls ein Aspekt dafür, dass dieser Film gründlich in die Hose gegangen ist, ist das Ende. Nicht nur, dass wir einen total dämlichen und total uncoolen Schluss-Akt geboten kriegen, nein, wir bekommen auch noch zu hören, wie Michael Myers, als Erwachsener und ohne Maske, spricht! Ja er spricht und das geht leider überhaupt nicht. Das ist so ziemlich das größte Tabu, was man in einem Halloween Film brechen kann. Michael Myers spricht nicht! Er schreit auch nicht so laut und wild, wie er es hier tut. Er atmete sonst immer recht laut und röchelte ein ganz klein wenig bei seinen Mord-Aktionen. Hier aber verkommt er zum schreienden Hünen, der schon eher an Rübezahl in Horror-Form erinnert, als an Michael Myers. Puh, ich glaube jetzt habe ich genug Luft raus gelassen, ich sollte am Ende noch erwähnen was mir zur Abwechslung an diesem Film gefallen hat. Brad Dourif und Danielle Harris (die kleine Jamie aus Halloween 4 und 5) sind die Einzigen, die eine sehr gute Leistung abliefern, besonders Brad Dourif hat mir in seiner Rolle sehr gut gefallen. Tja, schade, aber so ein Ende hat die Halloween Reihe nun wirklich nicht verdient. Teil III (welcher derzeit geplant ist) muss einiges wieder gut machen. Vielleicht wird es auch einfach mal an der Zeit, die Halloween Ära endgültig zu beenden. Empfehlen kann ich diesen Teil absolut Niemanden, da Zombie's zweiter Halloween Film nichts weiter ist, als ein stumpfsinniger Splatter-Film mit nervigen Darstellern und einer so schlechten Story, dass man es am Anfang gar nicht fassen kann, dass man da gerade einen Halloween Film guckt.


Fazit : Super schlechter Halloween Teil, der fast so dumm ist wie Halloween Resurrection. Im Vergleich dazu gibt es aber hier wenigstens einen gut aufgelegten Brad Dourif und eine sympathische Danielle Harris. Trotzdem ist dieser Film über weite Strecken die reinste Zumutung.


2,5/10

Abschließendes Fazit zur Halloween Saga : Für eine große Horror-Reihe ist Halloween wirklich nicht übel. Die meisten Filme sind zwar keine Perlen, aber dafür ganz gut unterhaltsam. Ich hätte es zudem nicht für möglich gehalten, dass es tatsächlich zwei Halloween Filme (mit Michael Myers) gibt, die viel schwächer sind als Halloween III (Resurrection und Zombie's Zweiter). Die beiden besten Filme sind für mich ganz klar Teil 1 und H20, welche für mich schon zwei besondere Meisterwerke in diesem Genre sind. So, das wars mit Halloween, ich bin gespannt welche Film-Reihe als nächstes auf mich wartet!

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