Laurie Strode hat die Ereignisse, in welcher sie an Halloween von Michael Myers angegriffen wurde, nicht verarbeitet und ist ein seelisches Wrack (geht zur Therapie, schluckt Tabletten). Sie wohnt bei ihrer Kollegin Annie und dessen Vater und Sheriff Lee Brackett. Bald ist wieder Halloween, die Alpträume nehmen zu, zudem wurde Myers Leiche nie gefunden. Dr. Samuel Loomis rührt die Werbetrommel und Myers taucht bald in der Umgebung auf. Das Morden geht weiter.
Nachdem ich von Zombies erstem Remake durchaus angenehm überrascht wurde, machte der Herr mit dem netten Nachnamen diesen guten Eindruck zwei Jahre später erfolgreich zunichte. H2 bringt dabei eine ganze Reihe an Klopsen, die zumindest bei mir die Illinoiser Roadkills wieder hochkommen ließen.
Das fängt schon bei Michael selbst an, der den Headshot aus nächster Nähe natürlich überlebt (und trotzdem die Maske nicht das kleinste Löchlein aufweist), seiner neuen Leidenschaft des Teilzeit-Kannibalismus (sieht in einer Szene zumindest so aus, leider mies ausgeleuchtet) und auch die gelegentlichen Ausflügen in Mystische wenn er von Mama visioniert (und Zombies Ehefrau einen Gagenscheck beschert.
Auch der Kniff der scheinbar nahtlosen Fortsetzung des ersten teils und der detailliert Handlungskopie mit der verletzten Laurie im Krankenhaus, erweist sich als ältester Kniff fauler Autoren. Denn plötzlich wacht Laurie und, haha, alles nur geträumt, danke schön für diese Veralberung des Zuschauers. Und ab dort drehen die Macher sowieso ihre eigene Geschichte, ohne aber dem Monster neue Akzente zu setzen. Auch fehlt wie üblich eine schlüssige Erklärung für die scheinbare Unverwundbarkeit des Hünen.
Wirklich übel stößt aber der Umgang mit seinen zentralen Figuren auf. Doc Loomis verkommt zum geldgeilen Kotzbrocken, der auf Teufel komm raus sein neuestes Buch gegen jeden Anstand loswerden möchte. Zweitheldin Laurie trifft es sogar noch schlimmer, denn sie verkommt hier zur ständig keifenden, egomanischen Psychozicke, deren aggressiver Umgang mit dem Rest der Welt mit jeder Dialogzeile mehr zu nerven beginnt. Das ist doch mal ein feines Sortiment an Arschgeigen, dem der Zuschauer vermutlich auch noch die Daumen drücken soll. Da schießt Genosse Zombie für meinen Geschmack über das akzeptable Maß an Eigenständigkeit deutlich hinaus.
Zur Ehrenrettung sollte natürlich gesagt werden, das Horror- und Splatterfans ausreichend auf ihre Kosten kommen. Gemordet wird relativ zahlreich und auch wieder gewohnt blutig, aber auch davon wollte die Zornesfalte auf der Stirn nicht so recht verschwinden. Interessant wäre jetzt höchstens mal noch ein Crossover Michael vs. Jason oder sowas.
4/10