Eine verlorene Prozess-Akte wird durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zum Gegenstand eines bizarren Psychokrieges zwischen einem erfolgreichen jungen Anwalt (Ben Affleck) und einem alkoholkranken Vertreter aus ärmlichen Verhältnissen (Samuel L. Jackson).
Eine simple Grundformel, die auch konsequent für gut 90 Minuten spannende Abendunterhaltung sorgt. Regisseur Roger Michell sorgt mit schicken BigApple-Aufnahmen und zeitlich parallel ablaufenden Szenen für eine optisch ansprechende, zeitgemäße Umsetzung, während mit Ben Affleck und vor allem Samuel L. Jackson zwei Topstars den Zuschauer mit guten Leistungen bei der Stange halten. Was "Spurwechsel" allerdings zum echten Top-Thriller fehlt, ist in der Hauptsache ein noch raffinierterer Plot. Nicht nur einmal stellt sich der Eindruck ein, daß das Storypotenziel trotz aller Routine nicht voll ausgenutzt wurde. Was wäre wohl passiert, wenn beispielsweise ein wirklich erstklassiger Drehbuchautor hier die Fäden gezogen hätte und womöglich ein David Fincher die Regie geführt hätte?
Fazit: Ein in allen Bereichen mindestens überdurchschnittliches Psychoduell zweier Stars, bei dem man sich trotz allem Unterhaltungswert doch einigermaßen meßbar über den fehlenden letzten Pfiff ärgert. Und hiermit ist nicht schlichte Action gemeint, denn "Spurwechsel" (der Titel erklärt sich im starken Schluss) kommt wunderbar ohne aus. Sichere 7 Punkte ist mir Roger Michells Streifen schussendlich allemal wert und somit auch eine Empfehlung an alle Freunde des spannenden (familientauglichen) Hollywood-Kinos. Hoch interessant wäre ein um 180° gerichtetes, alternatives Ende gewesen...