Große Namen, viel dahinter? Das die Rechnung nicht immer aufgeht ist bei Affleck'schen Filmen nun ja leider bekanntlich nicht immer so abwegig. So auch diesmal: "Spurwechsel" zeigt das Aufeinandertreffen zweier zunächst vollkommen unterschiedlich erscheinender Menschen in einer Extremsituation, in diesem Fall ein fahrlässiger Autounfall, und veranschaulicht im folgenden den sich daraus entwickelten Kleinbürgerkrieg, wo von Mordanschlag bis drohender Existenzvernichtung alles dabei ist. Allerdings kommt leider nie ein spannungsgeladenes Psycho-Duell zwischen den beiden Protagonisten zum tragen und der Film wirkt mit seinem krampfhaften Versuch Dramatik heraufzubeschwören vollkommen überzogen. Die Schauspieler können den ganzen Film über nie richtig Fahrt aufnehmen, was aufgrund der eigentlich erfolgsverspechenden Thematik, nämlich wie verändert sich der Mensch in bestimmten Situationen, eigentlich eine Schande ist; hier gibt es starke Abzüge an die Herren Drehbuchschreiber. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, denn wenn der Wallstreet-Anwalt seine Naivität erkennt und zum Messias motiert, der verkappte Ex-Alki und gescheiterte Familienvater trotz all seiner Fehler doch noch eine Chance bei seiner Familie bekommt und die beiden vermeintlichen Todfeinde sich am Ende förmlich weinend, ihrer Fehler eingestehend, in den Armen liegen, wirkt das auf mich wirklich nur noch traurig...