Review

Zwei Männer (Affleck/Jackson) starten aufgrund eines kleinen Auto-Unfalls einen Kleinkrieg.
So etwas ist in der heutigen Zeit durchaus denkbar; und es wird aufgrund der eingängigen Charakterbeschreibung der beiden beteiligten Personen auch plausibel erklärt, warum im weiteren Verlauf jeder von ihnen auf seine Art handelt.

BEN AFFLECK ist schon optisch die perfekte Besetzung des schleimigen Karriere-Rechtsverdrehers und stellt diesen Charakter auch solide da. Das gleiche Lob gilt für SAMUEL L. JACKSON als kurz vor der Scheidung stehender Ex-Alkoholiker.
Die Nebenrollen wurden mit OSCAR-trächtigen Personen wie SYDNEY POLLACK, TONI COLLETTE und WILLIAM HURT (er wertet jeden Film mit seinen meist kurzen Auftritten auf) exklusiv besetzt; weiterhin glänzen vor allem KIM STAUNTON und eher zurückhaltend AMANDA PEET .

Der nun beginnende Schlagabtausch zwischen den beiden Herren (es geht um ein wichtiges Dokument, welches am Unfallort von dem Einen verloren geht und von dem Anderen aufgesammelt wird) wird anfangs in durchaus plausiblen Aktionen veranstaltet, allerdings nicht mehr in den dann folgenden exzessiven Ausmaßen, welche immer unglaubwürdiger werden bzw. zu einfach funktionieren und auch nicht vor besonderer Originalität strotzen.
Der absolute Tiefpunkt dabei ist die "Rad-ab"-Szene; sie wirkt aber nicht nur deplatziert, sondern ist geradezu schlecht in ihrer Art, Inszenierung und Logik. Jener Abschnitt sowie die "Hacker"-Szene und die recht schwülstige Schluß-Sequenz sind der Hauptgrund für die mittelmäßige Bewertung; wegen ihnen kommt die Story ins stolpern, welche ansonsten im Prinzip ohne nennenswerte Hänger recht straff inszeniert wurde und ebenso dramaturgisch ansprechend ist.

Der Film langweilt auch nicht gerade, trotz der oft auftretenden und gedehnten gesellschafts-philosophischen Dialoge und der erwähnten daher geholten Happenings. Die kurzen gesellschaftskritischen Andeutungen sind solide, aber unzweckmäßig. Die Moral des Films, das einem die ganze Scheiße ('tschuldigung: Miesere) nur passiert, um daraus seine Lehren zu ziehen, fügt sich soweit auch gut in das Gesamtkonzept ein, empfand ich aber doch ein kleines bisschen zu klischeehaft.
Man hätte besser bei dem anfänglichen Stil (also eher auf ein psychologisches Gefecht basierend) bleiben oder eben gleich einen Over-the-Top-"ein-Mann-sieht-rot"-und-der-andere-"stirbt-langsam"-Actioner daraus basteln sollen.
In seiner vorhandenen Art pendelt der Film ständig zwischen gut und schlecht; es bleibt daher nicht mehr übrig als adrenalinreduzierte Schonkost für den kleinen Filmhunger zwischendurch.

Fazit: Der Film wirkte auf mich wie ein SPURWECHSEL mit einem flott gestyltem Auto, welches aber von 0 auf 100 ca. 30min. braucht, diese Geschwindigkeit jedoch dank Zündaussetzer niemals schafft und dadurch auf der rechten Spur elendig verhungert, bis es auf dem Standstreifen ausrollt und abrupt stehen bleibt.

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