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Der Rechtsanwalt Gavin Banek und der Versicherungsagent Doyle Gipson werden in einen Unfall verwickelt. Beide sind auf dem Weg zum Gericht: Banek, um eine wichtige Akte in einem Erbschaftsfall abzuliefern und Doyle, weil er um das Sorgerecht seiner Kinder kämpft. Durch den Unfall verpassen beide ihre Termine und starten aus Wut einen privaten Kleinkrieg gegeneinander.

Aus der Prämisse kleine Ursache aber große Wirkung schildert Spurwechsel einen Rosenkrieg zweier Menschen, die sich nicht kennen, aber nach und nach einen gehörigen Brass aufeinander schieben.  Auch wenn Spurwechsel als Filmtitel nun nicht gerade spektakulär klingt, entwickelt sich der Film doch noch zu einem recht anständigen Thriller, bei dem sich die Beteiligten zu immer neuen Aktionen gegenseitig hochschaukeln. Dies tun sie allerdings noch auf eher zahme Weise, so richtig fiese Boshaftigkeiten sind gar nicht dabei. Gut, ein Konto zu löschen ist jetzt nicht gerade die feine Art, hat aber auch nicht annähernd die Wirkung wie ein abgetrennter Pferdekopf im Bett und letztlich erleidet keiner der beiden einen physischen Schaden. Da hätte man ruhig ein wenig mehr Feuer reinlegen können.
Auch handeln die Charaktere gerne mal ein wenig irrational, allein schon beim Unfall hätte man in einer Minute mal Namen und Telefonnummern austauschen können, nach dem Motto wir klären das später, oder einfach den anderen fragen wo er denn hinwill. Auch das unmittelbare löschen von Gipsons Leben in allen wichtigen Datenbanken wirkt zu dem Zeitpunkt völlig überzogen. Eigentlich sind beide eher selbst Schuld das ihr Leben sich innerhalb eines tages zu einem Scherbenhaufen entwickelt, da hält sich Zuschauers Mitleid doch in Grenzen.
Überhaupt wirkt die ganze Story ziemlich überkonstruiert, was da an persönlichen und beruflichen Problemen aufgeführt wird, würde bei einer Soap locker für eine ganze Staffel reichen. Da paßt dann auch wieder das Puderzucker Ende dazu, Anstand und Moral obsiegen, Ehen werden im Eilverfahren gekittet usw. Die Darsteller leisten dabei allerdings gute Arbeit Jackson und Affleck verkörpern ihre unterschiedlichen Figuren glaubhaft und sorgen dafür das Spurwechsel immer noch genießbar ist, auch wenn man ihn nicht wirklich unbedingt gesehen haben muß.
5/10

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