Mit "All About the Money" wurde der deutsche Titel mal ausnahmsweise gut gewählt, da nicht jedem Deutschen Benjamin Franklin ein Begriff sein dürfte. "All About the Benjamins" ist das Regiedebüt von Kevin Bray (Walking Tall), der hier seine Sache recht ordentlich macht, wenngleich der Film kein A1-Buddymovie a'la "Bad Boys" oder "Lethal Weapon" darstellt.
Der dreiste Betrüger Reggie (Mike Epps) kommt gegen Kaution aus der Untersuchungshaft frei - und gibt sofort Fersengeld. Verfolgt von Kopfgeldjäger Bucum Jackson (Ice Cube) gerät er in einen blutigen Diamantendiebstahl und prescht davon. Allerdings verliert er dabei sein Portemonaie mit genau dem Lotterieschein, der gerade den 80-Millionen-Dollar-Jackpot geknackt hat. Als Bucum ihn kurz darauf zu fassen bekommt, unterbreitet Reggie ihm ein verlockendes Angebot: bekommt er den Schein zurück, will er Bucum einen Anteil von dem Gewinn zukommen lassen. Nun versuchen der Jäger und der Gejagte gemeinsam die Gangster des misslungenen Diamantenraubs ausfindig zu machen...
Wie schon in seinen anderen Filmen hat Ice Cube (Anaconda) auch hier nur zwei Gesichtszüge im Programm. Entweder er setzt seine angebisst wirkende Standard-Mimik auf, oder er lässt hin und wider auch ein Lächeln zu. Ansonsten erfüllt er die Anforderungen für solch eine Rolle recht passabel. Mike Epps (Resident Evil: Apocalypse) hingen nervt größtenteils mit seinem dummen Gequatsche und wirkt nur selten sympatisch. Allerdings nimmt man ihm auch so eher den liebenswerten Ghetto-Langfinger ab. Als lokalen Bösewicht haben wir hier Tommy Flanagan (Face/Off), der in Ordnung geht. Schließlich bereichert noch Eva Mendes (Exit Wounds) als sexy Eyecandy den Cast.
Auch wenn in "All About the Benjamins" die Action nicht dominiert, so hat es Kevin Bray geschafft, ein paar überzeugende Szenen zu inszinieren. Neben einer Menge Blechschäden, Explosionen und etwas Fratzengeballer gibt es auch blutige Körpertreffer und Kopfschüsse zu bewundern. Schade, dass Bray die Action in "Walking Tall" nicht mit solch einem Härtegrad ausgestattet hat. Eindrucksvoll ist auch die Folterung des Handlangers in der Dusche, da man solche Foltermethoden nicht alle Tage zu sehen bekommt. Der Showdown besticht dann vor allem durch Tempo und Stunts, ehe er mit kurzem Munitionsverbrauch abgeschlossen wird. Der Spaß kommt in dem Streifen auch nicht zu kurz, auch wenn man hier nicht vom Hocker gehauen wird. Ein paar spaßige Sprüche und etwas Situationskomik sind dennoch drinn. Spannung kommt hingegen selten auf, da Bray "All About the Benjamins" nach Schema 08/15 abgedreht hat, und der Film im Buddymovie-Genre somit kaum Innovationen vorweißen kann. Ein wenig aufwerten kann den Film dann aber die solide Musikuntermalung, da diese meistens Laune macht. Miami als Kulisse rundet das Vergnügen dann noch ab, da solche Bilder genau das richtige in kalten Wintertagen sind, was nicht heißen soll, dass man den Film nicht auch im Sommer mit einer Cola oder Limo genießen könnte.
Unterm Strich ist "All About the Benjamins" dank einem guten Härtegrad, passabler Action, etwas Humor, guter Mucke, toller Locations sowie brauchbaren Darstellern routinierte Action-Unterhaltung für Zwischendurch. Mag man von einigen Darstellern doch ein wenig mehr Talent abverlangen können, so schmälert das den Gesamteindruck des altbekannten Buddymovie-Motivs nur minimal.