Nekron, der schwarze Magier und Herrscher über das Eis, treibt sein Reich immer weiter nach Süden und zerstört jedes Volk, das ihm dabei im Wege ist.
Ihm gegenüber steht König Jarol im Süden, der den Hort des Feuers bewohnt. Nekron lässt Jarols Tochter Teegra entführen, diese kann aber unterwegs entkommen und trifft auf den Krieger Larn, dessen Volk von Nekron vernichtet wurde. Beide verbringen eine kurze Romanze in einer Ruinenstadt, wo Teegra aber wieder von Nerkons Affenmenschen aufgegriffen wird.
Larn macht sich darauf mit seinem neuen Freund Darkwolf auf zu König Jarol, um gemeinsam mit dessen Armee den letzten Schlag gegen Nekron zu planen...
Ralph Bakshi, der polarisierende Animationsguru, hat mit Feuer und Eis einen eher straighten, konventionellen Fantasy-Film abgeliefert. Damals, Anfang bis Mitte der 80er, war das Fantasy-Genre gerade auf dem Höhenflug und Bakshi hat mit Frank Frazetta, der Institution für Fantasy-Kunst einen recht soliden Streifen gedreht.
Die Story ist eine typische gut/böse Geschichte, ohne viel drum herum. Das faszinierende (ich war als Kind hin und weg) sind die absolut hervorragenden Animationen und dem damals fast brachliegenden Markt für Erwachsenen-Animation. Kein Disney Kitsch oder verniedlichte Knuddelwesen.
Die Qualität der Animationen ist in der Rotoskopie-Technik begründet. Die Figuren werden real gedreht und dann später in Trickfilmoptik übermalt und in entsprechende Hintergründe eingefügt. Das Ergebnis ist berauschend (wenn auch heute nicht mehr ungewöhnlich). Bedenkt man aber das Entstehungsjahr 1983, wo noch nicht viel mit Kollege Computer machbar war, so ist Feuer und Eis wunderschön anzusehen.
Gerade auch in den Zeitlupeneinstellungen kommt die Technik voll zur Geltung... Teegra ist dazu eine dralle, lasziv inszenierte, wahr gewordene Frazetta Zeichnung. Immer mit gerade 5-10% Stoff bekleidet...
Dazu gibt es exzellente Hintergründe, die wunderbar mit den Figuren harmonieren. Die Kameraarbeit tut ihr übriges und agiert oft schön dynamisch und fängt die Action gekonnt ein.
Der Soundtrack ist wunderbar "heroisch", hat ein nettes Hauptthema und passt sich dem Geschehen immer gut an.
Kämpfe sind zahlreich vorhanden, toll in Szenen gesetzt und mit dem roten Lebenssaft wird auch nicht gegeizt.
Im Endkampf müssen dann auch zahlreiche Gegner ihr Leben lassen, was dann schließlich im furiosen Endkampf Nekron vs Darkwolf mündet. Darkwolf erinnert übrigens sehr stark an Frazettas berühmteste Figur, dem Death Dealer.
Tja, warum rangiert der Film aber nicht in höheren Wertungsfeldern?
Er krankt etwas an seiner Story, die äußerst simpel gestrickt ist und Vieles aus anderen Fantasywerken "abkupfert" (bei den Affenmenschen liegt der Herr der Ringe Ork-Vergleich ziemlich auf der Hand). Absolut vorhersehbar und wirklich Schema "F". Auch holpert der Film immer wieder ein wenig vor sich hin und hat teilweise auch Durchhänger im Spannungsbogen. Gerade wegen der Wahl, den Film als Zeichentrick zu stemmen, hätte man mehr fantastisch Wesen erwartet, bekommt aber "nur" eine Riesenechse und ein Tentakelungeheur im Wasser serviert. Durch die kurze Laufzeit bleibt auch die Charakterentwicklung ein wenig auf der Strecke, ist aber wohl (mal wieder) im sehr engen Budget begründet.
Schade, hier hat man viel Potential verschenkt und der Film funktioniert eher als Eye-Candy.
Trotz dieser Defizite ist Feuer und Eis ein toller Animationsfilm für ein (damals) eher reiferes Publikum, der tolle Momente hat. Der Mangel an Story zieht das Werk leider herunter und lässt somit keine höhere Wertung zu.