Irgendwann in der Vorzeit: Lord Nekron beschwört mit seinen schwarzmagischen Kräften eine neue Eiszeit herauf, um seinen Rivalen, den Feuer-König Jarol, zu unterjochen. Nekrons Mutter, die Zauberin Juliana, verfolgt derweil einen eigenen Plan und schickt einige ihrer Handlanger los, um Jarols Tochter Teegra in ihre Gewalt zu bringen und dafür zu sorgen, dass diese gemeinsam mit ihrem Sohn Nachuwchs zeugt und ihr Vater auf diese Art zur Kapitulation gezwungen wird. Auf dem Weg zurück zu Nekrons Eis-Festung kann Teegra jedoch ihren Entführern entkommen und trifft auf Larn, den letzten überlebenden Krieger seines Stammes, der von Nekrons Eiswand ausgelöscht wurde. Während der gemeinsamen Flucht in Richtung Süden kommt es zu so einigen gefährlichen Situationen, in denen ihnen immer wieder der mysteriöse Darkwolf zu Hilfe kommt, der mit Nekron selbst auch noch ein Hühnchen zu rupfen hat... Im Grunde genommen unterscheidet sich das, was Ralph Bakshi damals per Rotoskopie-Verfahren - dem händischen Übermalen von im Studio gedrehten Aufnahmen von Schauspielern - in seinen Filmen gemacht hat, nicht großartig von dem, was etwa ein James Cameron bei seinen "Avatar"-Streifen mit Motion-Capture und komplett am Computer generierten Kulissen und Hintergründen veranstaltet... er hat sich dazu nur einer sehr viel simpleren Technik bedient und damit ein rustikaleres Ergebnis erzielt. Während die Animationen der Figuren dadurch wie gewohnt extrem flüssig und realistisch geraten sind, lässt der Detailgrad der Zeichnungen jedoch zu wünschen übrig, wodurch "Feuer und Eis" vom Look her nicht so edel wirkt, wie er es eigentlich müsste und mehr als nur ein wenig an billige Samstag-Morgen-Cartoons erinnert (He-Man lässt grüßen!). Mit etwas mehr Feinschliff hätte das Ganze demnach visuell noch wesentlich beeindruckender werden können. Bakshi hatte dabei sicherlich die Ambitionen, die Vorlagen von Fantasy-Illustrator Frank Frazetta adäquat in bewegte Bilder zu übertragen, aber das Resultat ist letztendlich etwas zwiespältig... aufgrund des gefälligeren Charakter-Designs - und insbesonders Prinzessin Teegra, die als Blickfang nur in einem ganz knappen Bikini in der Gegend rumstolziert - ist "Feuer und Eis" aber doch erheblich angenehmer anzusehen als seine vorhergehende Zeichentrick-Adaption von "Der Herr der Ringe" mit ihren hässlichen Kartoffelnasen-Hobbits. Um einen reinen Kinderfilm handelt es sich hierbei übrigens keinesfalls, denn stellenweise geht es da doch erstaunlich brutal zu und die FSK-Freigabe ab 12 Jahren rechtfertigt da nur der Verzicht auf plakatives Blut-Gespritze bei Axt- und Schwert-Hieben... und dass so ein Sex- und Gewalt-intensiver Fantasy-Stoff, der allenfalls in Hinsicht auf ein etwas jüngeres Publkum ein wenig abgemildert wurde, sehr viel eher auf einer Linie mit den filmischen Sensibilitäten des Regisseurs von "Fritz the Cat" liegt, als etwa ein handelsüblicher Disney-Streifen, sollte wohl klar sein. Unnötig zu erwähnen, dass die hier erzählte Geschichte an sich keine Bäume ausreißt und das Ganze sich inhaltlich auch nullkommagarnix von irgendeinem anderen bliebigen Realfilm-Beitrag zur Sword-and-Sorcery-Welle der frühen 80er Jahre unterterscheidet. Dennoch: Was Animationsfilme, in denen auf Flug-Sauriern geritten wird, anbelangt, mag ich "Feuer und Eis" als unprätentiöse und stringet durchgezogene Barbaren-Fantasy-Nummer sehr viel lieber als den überschätzten und über Gebühr hochgejubelten Episoden-Streifen "Heavy Metal", dessen Reiz sich mir nach wie vor vollkommen verschließt...
7/10