<!--StartFragment -->Wiederaufbereitung alter Themen, die hier sogar in Bild und Ton verwertet und als Ausgangsmaterial moderiert werden; als Anleihe beim Category III Film der frühen Neunziger Jahre speziell ab Dr. Lamb ebenso wie als mühselige Verlängerung dieses einstigen Exportschlagers mit Fortsetzungen wie Untold Story 2 und Remakes wie Bloody Buns - The New Human Meat Pork Buns nur einige Jahre später. Als der Markt für dergleichen Artikel auch aufgrund des drohenden Einschreitens chinesischer Zensur wie die allgemeine Verknappung an Ressourcen im Filmgeschäft nach der Übergabe zurück an das Mutterland spürbar ebenso dünner wurde, wie die noch wenigen Exemplare vom tödlichen Spiel drastischer Schärfe merkliche Qualitätseinbußen aufwiesen. Auch Cruel Killer geht den für diese finsteren Unterhaltungsdrogen bekannten Weg rückhaltloser Sachlichkeit, erzählt die Geschichte eines Verbrechens und des ausführenden Täters nach, und stellt diesen Begebenheiten in ihrer Häufung von Gedankenstrichen die nur die Umstände des Unheils protokollierende Polizei gegenüber.
Das Ganze als wenig größeres Kammerspiel, zuweilen im Tragikbereich, öfters aber im melodramatischen Lameng aus unfreiwilliger Komik, inszenatorischer Verschlammung, darstellerisch schläfriger Verzögerung und der deswegen herausschälenden Mitleid erregenden Anspruchslosigkeit. Eine Re-Aktualisierung wie als durchdringende Krankheit in visuell glasiger Abbildung; angeheitert mit einigen weder zur Handlung noch sichtlich zur Produktion selber gehörenden Sexploitationszenen:
Nachdem die allein lebende Fan [ Bessie Chan ] ihre Eltern Tang Ka-ming [ Ku Feng ] und Cheung Hing-ting [ May Law; die die ganze Spielzeit nur im Schlafanzug herumlaufen ] und die Schwester Fong in deren Wohnung auf der Portland Street nicht mehr telefonisch erreichen kann, beschließt sie um die Weihnachtszeit herum einen Überraschungsbesuch, bei dem sie allerdings nicht nur Niemanden vorfinden kann, sondern auch ihr plötzlich auftauchender Stiefbruder Tang Ka-chung [ Yip Jan-sing ] ohne jede Vorwarnung mit dem gezückten Messer auf sie losgeht. Nur mühsam kann sie zur Polizei fliehen, die wenig später den Gesuchten stellen und zur Wache unter die Obhut von Officer Chan [ Mark Cheng ] bringen. Im Revier vom Sham Shui Po District und folgend am Tatort berichtet dieser von den Vorereignissen und ihren daraus resultierenden Nachwirkungen.
Für ein Psychogramm sichtlich dünn – auch wenn bei Tang eher als die sonstige widerliche Lasterhaftigkeit das unzulängliche Selbstbewusstsein mitsamt einer vorgerückten Paranoia im Raum steht – , als Erzählung überaus gestrig und unterentwickelt zugleich und mit dem Gezeter der vermeintlichen Gewissenhaftigkeit ausgestattet, stellt man sich mit Ausnahme vom hierfür viel zu verschwendeten Mark Cheng als eine Produktion mit ausschließlich beschränkten Mitteln dar.
Der von seiner Umwelt getrietzte und nicht bloß von der anhaltenden Rezession in Bedrängnis gebrachte Mitbürger als schwellender "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" Verschnitt. Untermalt von entweder sakralen Chören oder dem passend zur festlichen Jahreszeit angespielten Christmas-Klängen, präsentiert wie gewohnt in der Abweichung von der Chronologie, in der erst der übernächste Satz dargereicht und dann unbotmäßig in die Rückblenden und so leitmotivisch wiederholten Hinweise gesprungen und die Ursachen dessen in seiner unmittelbaren Reichweite entwirrt wird. Erst das Blut auf den Kacheln des Wohnzimmers, dass nur nach langer beharrlicher Pflege entfernt werden kann. Dann die Beseitigung der Leichen im nahe liegenden Fluss. Dann die Festnahme nach einer ausdauernden Hatz durch die Tai Po Market Train Station. Und schließlich das Geständnis, das wie als Schlussmetapher auf den Kern des Geschehens und den Gegenstand seiner gewalttätigen Neigungen zurückführt. Dabei sollen die Erlebnisse ab der Ankunft des vorher auf dem Festland lebenden, und nicht nur ein wenig stadtfremd, sondern schon zurückgeblieben wirkenden Tang gleichfalls offenkundig die Laufzeit strecken als auch als Gedankenspiel bedrückender psychischer Last die mögliche Identifikation mit ihm schüren.
Denn vom ersten Moment an ist das Kind im Manne an seinem neuen Wohnort nur wenig bis gar nicht willkommen, die nächste Frau seines Vaters kann den Frisch Zugezogenen ebenso wenig leiden noch mag sie ihn als Geldvernichter in der Wohnung haben wie die Stiefschwestern. Außenseiter Tang findet trotz Ereiferungen keine Arbeit, muss notgedrungen auf der monetären Tasche liegen, platzt aus Versehen in die Dusche seiner Schwester herein und darf sich zuallerletzt offen und hinter seinen Rücken als Perverser und Dummkopf bezeichnen lassen.
Eingeschoben in die genüsslich ausgekostete Geduldsvergangenheit und ihr mit entsprechend umfassenden, langwierig die Minuten ausdehnenden Einstellungen versehenes Prozedere wird noch die Retardierung unnötiger Begleiterscheinungen. Tang trifft auf der Straße eine Familien-Aktivistin, die ihm zwar auch gerade wegen den christlichen Feiertagen aus der Seele spricht, bei der er allerdings nur eine Petition unterschreiben dar. Und die ansonsten genauso viel oder eher wenig Bewandtnis für Plot und emotionale Steuerung hat, wie die zwei völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Sexszenen zweier gar nicht zur Dramaturgie gehörenden Personen. [Noch nicht einmal das Bildformat ist identisch, auch wird dort nicht geredet, nicht eingeleitet oder sich um einen noch so geringen Kontext zum Rest des Geschehens bemüht, sondern einfach aus der Abstraktion heraus und für die Attraktion es miteinander getrieben; wobei die beiden Akte leider Gottes keinerlei verführerischen Anreiz aufweisen und man auf diese potente Zwangsveranstaltung lieber verzichtet hätte.]