Professor Cavor hat eine Paste erfunden, die der Gravitation trotzt. Was liegt da näher, als diese zu nutzen, um ein Gefährt auf den Mond zu bringen? Der benachbarte Schriftsteller Bedford sowie dessen Verlobte Kate begleiten ihn auf dieser Reise und finden auf der vermeintlich unbewohnten Kugel mehr als nur Stein und Staub.
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von H. G. Wells kam fünf Jahre vor der ersten Mondlandung dieses von Nathan Juran inszenierte Abenteuer auf die Leinwand. Im Vergleich zur literarischen Vorlage ist es nicht frei von inhaltlichen Änderungen, das größte Problem sind für mich aber die menschlichen Charaktere selbst. Es macht den Streifen nicht leichter konsumierbar, wenn die beiden männlichen Hauptfiguren entweder unfassbar anstrengend (Cavor) oder wenig sympathisch (Bedford) sind und die einzig zugängliche Figur (Kate) kaum etwas zu tun bekommt. Nicht nur einmal möchte man die Herren ob ihrer Art mal gegen die Wand klatschen, gerade die Darstellung von Cavor nervte ziemlich schnell.
Interessanter, aber eben auch nicht eindeutig, verhält es sich auf der anderen Seite. Den Mondleuten mag man eine defensivere Art unterstellen, während der Mensch insbesondere durch die Figur des Bedford ein aggressives Verhalten zeigt. Das trägt immerhin zur Figurenzeichnung bei, die zwar in der Vorlage ähnlich ist, aber klarer getrennt. Aus den Begegnungen der Spezies hätte man mehr rausholen können, so wie es gegen Ende zwischen Cavor und dem Grand Lunar der Fall ist. Da hätte sich eine tiefergehende gesellschaftliche Betrachtung angeboten.
Ohne Kritik ist das Drumherum. Die Präsentation ist famos, das beginnt schon beim schönen Panavision-Format. In Farbe und mit Effekten unter der Leitung von Ray Harryhausen ausgestattet bietet „First Men in the Moon“ ab Ankunft auf dem Erdtrabanten einige sehenswerte Sequenzen. Landschaften, Innenbauten, Kreaturen, Kostüme und ein gelungenes Compositing bieten einiges fürs Auge. Und letztlich sind das die Gründe, für die man sich den Film ansehen kann.
„There's a lot to learn.“
Man braucht keine Handschuhe auf dem Mond. Ebenso wenig aber auch diese anstrengenden Figuren, wobei sich gerade die hinzugedichtete Dame noch am besten aus der Affäre zieht. „First Men in the Moon“ ist ein visuell hübscher SciFi-Film, der vom Personal vor der Kamera ein Stück weit ruiniert wird, sich aber wegen Ray Harryhausens Effekten und dem Entdeckergeist immer noch ansehen lässt.