Filme gibts, die gibts gar nicht – im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Filme aus dem Sexfilmbereich wurden in den 70ern gestrafft und inhaltlich verändert; US-Filme mit deutschen „Zutaten“ verschnitten, entweder „verschärft“ oder zensiert. So wurden beispielsweise von Mario d’Alcala die Filme „Porno-Reise zur Sexgöttin“ und „Draculas lüsterne Vampire“ mit deutschem bzw. schweizer Material umgestaltet. Auch die Filme von Frank Sürth entstanden auf diese Weise. Alois Brummer hat für seinen A.B-Filmverleih auch viele Filme auf diese Weise „behandelt“ (z.B. Sex and Life 1 und 2; Quellen erotischer Lust).Aber immer war noch die Ursprungsfassung Ausgangspunkt der Veränderungen.
Bei „Non-Stop Sex-Show“ ist nicht einmal das mehr nötig. Hier wurden von unbekannter Hand einfach Szenen verschiedener älterer Sexstreifen zusammenmontiert, ohne auch nur geringsten Wert auf Zusammenhänge oder Logik zu legen. Warum auch? Der Zuschauer bekam, was er sehen wollte bzw. 1973 gerade noch durfte (Pornografie war zu jenem Zeitpunkt noch verboten). Also belieferte der Verleih den Kinobesucher mit scharfen Sexszenen aus (wahrscheinlich) bereits ausrangierten Filmen wie
„Ar(s)chibald, der Pornobutler“ , „Die Nymphomanin“ und weiterer nicht zu ermittelnder Filme. - Und siehe da, das Konzept des Verleihs ist aufgegangen. Dieser Schnittabfall ließ die Kinokassen klingeln, ohne dass man in dieses Produkt viel investieren mußte. So kam es auch zu zahlreichen weiteren Montagefilmen wie „Wenn die Hüllen fallen“, „Super-Sex-Spiele“, „Super-Sex-Spiele 2. Teil“, „Check Up – Savage Connection“, „Das Porno-Karussell“ und „Sex in Hülle und Fülle“. Mit dem Aufkommen des Hardcorefilms war allerdings auch mit dieser Masche wieder Schluß. Ach ja, ein Filmplakat für „Non-Stop Sex-Show“ gab es nicht. In den Schaukästen hing ein gelber Pappdeckel mit aufgeklebten Sexbildchen und einem aufgeklebten Titel - wie passend.
Als Bewertung ein Pünktchen, weniger für diesen Bildersalat als für die ebenso dreiste wie clevere Geschäftsidee.