Stock Footage hier und da. Im Stil eines amerikanischen Propaganda Films bringt uns The Deadly Mantis zunächst die eigene Interpretation von Aktion und Reaktion nahe, läßt danach ausschweifende Darstellung des Radarschilds um die USA folgen. Bei einem Flugzeugabsturz wird schließlich ein riesiges Teil gefunden, welches Wissenschaftler nach einem gewissen Zeitraum als insektoid und schließlich als zu einer riesigen Gottesanbeterin gehörig identifizieren. Wie auf Zuruf sehen wir schließlich das gigantische Monster, welches zum zerstörerischen Akt aufspielen darf.
Was hier vielversprechend klingt, ist leider nur ein haarsträubendes B-Movie mit knapp bemessener Spielzeit aus den Universal Studios. Regisseur Nathan Juran hat sich zwar später noch einen Namen über Die Bestie aus dem Weltenraum, Angriff der 20 Meter Frau und Die erste Fahrt zum Mond gemacht, eine gute Werbung hierfür ist The Deadly Mantis allerdings nicht.
Der Aufbau erinnert an eine Kombination aus Dinosaurier in New York und Formicula. Am Nordpol wird als Reaktion auf eine südliche Erruption eine urzeitliche Gottesanbeterin erweckt. Mit dem Wind fliegend nähert sie sich den USA, Aufnahmen aus SOS Eisberg werden zur Unterstützung herangezogen. Wo Formicula durch das Weglassen von Monsterszenen schauspielerisch punkten und die Spannung erhöhen konnte, krankt The Deadly Mantis daran, mit der Kreatur hinter dem Berg zu halten und Spielhandlung künstlich zu dehnen.
Minute um Minute wartet man Erklärungen und Zweifel ab, steht teils unwesentliche Rahmenhandlung durch, nur um am Ende dieser erzählerischen Kopfsteinpflasterstrecke mit einem - immerhin in Washington ungleich bedrohlich wirkenden - Alibishowdown abgespeist zu werden.
Vielen Filmen steht das mangelnde Budget für gute Effekte im Wege. Die Gottesanbeterin selbst sieht nicht übel aus und kommt in einer Tarantula angelehnten, sehr gelungenen Spannungssequenz, in der sie im Hintergrund einer Fensteransicht zu sehen ist, während sie sich über das Haus beugt und ins Fenster blickt, um mit erschrockenem Gekreische in Empfang genommen zu werden, auch streckenweise hervorragend zum Einsatz. Nur sind diese Momente schlecht abgepaßt, zu knapp gestreut und im Ende verpufft jede Wirkung bei herzlosem Gestolpere durch das Finale.
Wer sich in einem Monsterfilm aber an furztrockener, schauspielerisch nicht überragender, Nebenhandlung über die unvermeidliche, aber ausgewalzte Diskussion über die Bedrohung ansehen möchte und vielleicht noch an relativ unwesentlichen bis schwer nachvollziehbaren zwischengeschlechtlichen Beziehungen interessiert ist, könnte bei The Deadly Mantis richtig liegen. Zu vermuten ist, daß ein Interesse dann doch eher einem flüssigen, auf eine gewisse Art spaßigem und unterhaltsamen Horror-/Science-Fictionfilm mit mindestens befriedigendem Monsterauftritt gilt. Diesem Wunsch wird hier leider ungenügend entsprochen, so daß The Deadly Mantis auch Komplettisten schon eine Menge Sitzfleisch abverlangt.