The Terminator (9/10)
The Terminator ist nicht nur einer der Filme, die Arnold Schwarzenegger und James Cameron zum Durchbruch verholfen haben. Dabei ist The Terminator kein besonderes Glanzstück der Effektkunst.
Man erinnere sich an die Augen-Herausschneide-Szene, in der Arnold vor dem Spiegel sitzt, und sich selbst operiert. Aus unerfindlichen Gründen war diese Szene selbst in der 18er Fassung geschnitten gewesen, und ist erst wieder in der Special Edition Fassung wieder drin.
Das selbe gilt für die Freigabe, die heute, nach fast 20 Jahren völlig überholt ist. Das sich die BPS damals heulend beklagte, der Film verrohe Jugendliche, weil er schildere wie "nach und nach alle Sarah Connors ausgerottet würden" , zeigt deutlich das mediale Unverständnis deutscher Beamter.
Dabei ist The Terminator in der Gewalt alles andere als verherrlichend zu nennen. Die besten Beispiele sind die Ermordung der einzelnen Namensvettern Sarah Connors. Da wird entweder aus der Opferperspektive aufgenommen, und blendet die Kamera dezent weg. Es geht Cameron nicht um die Ausbeutung der Gewalt, er zeigt Einschusslöcher nur zu dramaturgischen Mitteln.
Mit Recht kann die "Tech Noir" Szene, in denen Sarah Connor sowohl ihren Beschützer als auch ihren Vernichter trifft, als eine der besten in der Filmgeschichte bezeichnet werden. Hier stimmt das timing perfekt, und läßt der Film danach das Tempo nicht mehr nach, bis zur Zeugung John Connors im Motel. Cameron setzt dabei auch slow motion ein, und die letzte Kameraeinstelung, in denen sich die Hände der liebenden Lösen, deutet gleichzeitig auch das Ende der Harmonie, und denn kommende Schrecken des Terminators an.
Die Motelszene ist eine weitere Szene, die vollends gelungen ist, sowohl vom filmischen Aspekt, als auch im Bereich der Musik. Brad Fiedel hat es geschafft, zur Liebeszene eine Melodie zu komponieren, die hängen bleibt, und die eine Ruhe darstellt, die nur durch den Terminator unterbrochen wird.
Es ist Camerons verdienst, daß die Motelszene so gut gelungen ist. In jedem billigen Actioner wird selbstzweckhaft Sex eingestreut, da daß Drehbuch inhaltlich nichts hermacht. Diese Szene ist jedoch von einer Intensität, die wenige Filme erreichen können.
Dieses auf und ab, Ruhe und Gewalt, ist hervorragend aufeinander abgestellt, und zeigt die Intention Camerons: erst als sich Sarah Conner dem Kampf stellt, und die Maschine vernichtet, ist die Ruhe wiederhergestellt. In dem Sinn ist The Terminator die Darstellung eines Menschen vom unscheinbaren Mauerblümchen zur kämpfenden Heroine, eine Mischung, die auch in Camerons "Aliens" zur erfolgreichen Mischung beigetragen hat.
Denn die Message von Terminator ist klar: auch wenn du "nur" ein kleines, unscheinbares Leben führst, kannst du doch wichtig sein. Das Cameron einer Frau die Heldenrolle zukommen läßt, macht diesen Film psychologisch interessant. Denn hier sieht man eine Entwicklung von der ängstlichen, zur kämpfenden Frau.
Warum trotzdem The Terminator auf dem Index steht, ist mir immer ein Rätsel gewesen. Natürlich gibt es testosterongestörte Personen, die eher Schwarzenegger als Killer die wichtigste Rolle zuweisen, und die Gewalt für cool halten. Dennoch sollte man deshalb The Terminator nicht verdammen oder indizieren. Man sieht an diesem Thema, daß Verrohungstendenzen von der Person ausgehen, und zwar vor dem Sehen des Films. Also erfolgt die meines Erachtens oft beschriebene Beeinflussung nicht, und ist interpretationssache des Betrachters.
Wie gesagt, Terminator ist einer der besten Sci-Fi Klassiker der 80er, und immer wieder sehenswert. Sei humaner Grundton sollte nicht durch die vielen Actionsequenzen in den Hintergrund gedrängt werden. Die EFX sind eher lustig anzusehen, und die Terminator-Puppe mit der Sonnenbrille ist eh wenig schreckenerregend.
Sehens- und diskussionswert.