In den 50er Jahren verlässt eine junge, in einem entlegenen Dorf aufgewachsene Irin, gespielt von Minnie Driver, mit einer Freundin ihren Heimatort, um in Dublin zu studieren. In der Großstadt angekommen ändert sich ihr Leben schließlich schlagartig, sie verkehrt auf mehreren Feiern und verliebt sich schließlich in einen jungen Sportler, gespielt von Chris O`Donnell. Ihre konservativen Eltern haben jedoch andere Pläne für sie.
"Circle of Friends" hat mit Chris O`Donnell und Minnie Driver zwei relativ bekannte Darsteller zu bieten und mit O`Connor einen gar nicht mal so unbekannten Regisseur, der zuvor unter Anderem "Im Zeichen der Jungfrau" inszeniert hatte und später unter Anderem mit "Abbotts" und "Sweet November" in Erscheinung trat, ist aber dennoch ein weitestgehend unbeachtetes Drama, bei dem es sich um einen echten, kleinen Geheimtipp handelt.Das gesellschaftliche Leben im konservativen Irland der 50er Jahre wird präzise dargestellt, wobei sich die Verhältnisse auf die meisten anderen Staaten Europas in dieser Zeit durchaus übertragen lassen. Das Aufeinandertreffen der moderner eingestellten Jugendlichen, die eine Beziehung beginnen wollen und der konservativ eingestellten Landbevölkerung und anderer gesellschaftlicher Schranken spielt ebenfalls eine übergeordnete Rolle und so ist "Circle of Friends" ein treffend konstruiertes Zeit- und Gesellschaftsportrait, das dem jüngeren Publikum einen relativ realistischen Einblick in das gesellschaftliche Leben in den erzkonservativen 50ern geben dürfte.
Die Charaktere gewinnen ebenfalls an Profil, so ist die Hauptfigur, die zwischen der Liebe zu ihrem neuen Freund und der Verantwortung gegenüber ihren Eltern, die sie nahezu erdrückt, als ihr Vater verstirbt, steht, sehr gut konstruiert. Darüber hinaus wird auch deutlich, wie stark sich das Leben der, in einem kleinen Dorf aufgewachsenen Jugendlichen ändert, als sie schließlich in die Großstadt Dublin kommt, was aus der heutigen Sicht im Grunde relativ schwer vorstellbar ist. Aber auch O`Donnells Figur, die ebenfalls zwischen den Zwängen von außen und seiner Liebe zu seiner Freundin hin und her gerissen ist, ist ordentlich konstruiert. Der dramaturgische Verlauf des Films ist dabei sehr gradlinig, emotional und spannend, sodass "Circle of Friends" durchaus zu unterhalten weiß, zumal die beiden Figuren sympathisch genug gestrickt sind, dass ihr Schicksal fesselt, auch wenn der Film nicht unbedingt ganz große Gefühle erzeugt.
Inszenatorisch gibt es im Grunde nicht viel zu bemängeln, so nutzt O`Connor die Story durchaus, um die Dramatik permanent zu steigern und lässt keine Längen oder dramaturgischen Brüche aufkommen. Darüber hinaus überzeugt die exzellente Fotografie der irischen Landschaften und der Schauplätze in Dublin, sowie durch die ruhige, melancholisch angehauchte und überaus stimmige Filmmusik, die vor allem die emotionalen Szenen hervorragend unterlegt.
Darstellerisch bewegt sich der Film ebenfalls auf ordentlichem Niveau, so zeigt Minnie Driver hier durchaus, dass sie als Charakterdarstellerin keine schlechte Wahl war. An ihr gibt es rein gar nichts auszusetzen, so gewinnt sie die Sympathie des Zuschauers durchaus und stellt die Gefühlsregungen ihrer Figur sehr präzise dar, wobei auch Chris O`Donnell nicht enttäuscht.
Fazit:
"Circle of Friends" ist ein sehenswertes Drama, das die gesellschaftliche Situation in den konservativen 50ern exakt portraitiert und darüber hinaus mit seiner gelungenen Inszenierung, mit den starken Darstellern und dem emotionalen Aufbau gut unterhält. Ein kleiner Geheimtipp.
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