Review

Dieser Neuaufguß kann sich mit dem Original von 1958 nicht messen,es ist ein Vergleich zwischen großem Kino und einer einfachen TV-Produktion.

Kuba,zu irgendeiner Zeit:Der alte Fischer Santiago hat seit 84 Tagen keinen Fisch mehr gefangen,er ist arm und auf die Hilfe seines jungen Freundes Manolo angewiesen.
Doch der Wille des Alten ist ungebrochen,er fährt wieder hinaus aufs Meer und tatsächlich hat er einen großen Fisch im Visier.Es beginnt ein unerbittlicher Kampf.

Was Hemingway zur Vorlage gab,setzte John Sturges seinerzeit in dem Klassiker mit Spencer Tracy in bildgewaltige Szenarien perfekt um.
In dieser Verfilmung ist davon nichts mehr übriggeblieben.Alles wirkt ein wenig blaß und lieblos inszeniert.
Das Schlimmste aber ist,dass es große inhaltliche Abweichungen von der literarischen Vorlage gibt.Das wäre zu entschuldigen,wenn es denn zum Vorteil für den Film wäre.Ist es aber nicht.Kurzerhand erfand man Santiagos Tochter,von der im Buch nie die Rede war.
Wahrscheinlich wollte Hauptdarsteller Anthony Quinn unbedingt mal mit seiner realen Tochter vor der Kamera stehen…
Noch schlimmer jedoch ist das Touristenpaar,dessen Erscheinen zwischenzeitlich stark im Mittelpunkt steht und mit dem Kern der Geschichte überhaupt nichts zu tun hat.
Das Hauptaugenmerk sollte im Kampf zwischen Santiago und Fisch liegen.Man hat es leider größtenteils versäumt,dieses intensiv und überzeugend darzustellen.Es fehlt an Identifizierung und nachvollziebahren Gedanken des Fischers.
Enttäuschend ist auch die Umsetzung der wenigen Jagdszenen.Da filmte man zunächst einen ansehnlichen Schwertfisch und setzte anschließend den alten Quinn in ein Boot,der bemüht an einem Seil zieht.Kein Wunder,dass man nie beide zusammen im Bild sieht…
Positiv zu erwähnen ist die deutsche Synchronstimme von Quinn(F.J.Steffens).Mit seiner markant-rauhen Stimme verleit er den Monologen auf dem Meer einen gewissen Charme.
Anthony Quinn selbst ist redlich bemüht,kommt aber auch mit einer guten Vorstellung nicht an die Leistung des Vorgängers Tracy heran.

Insgesamt ein recht unnötiger Aufguß,der nur aufgrund einer guten literarischen Vorlage halbwegs ordentlich unterhalten kann.
4 von 10 Punkten

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