Studio Ghibli zeigt uns diesmal einen Film, der inhaltlich zwar ziemlich einfach ist, aber trotzdem umso mehr Spaß macht. Gerade wegen seiner Einfachheit.
Irgendwo in einer japanischen Großstadt. Hier leben die Yamadas, wie doch so viele Menschen in Japan. Aber besagte Yamadas beobachten wir eine ganze Weile bei ihren alltäglichen Dingen.
Zur Familie Yamada gehören natürlich Vater Takashi und Mutter Matsuko. Sie haben zwei Kinder, den Teenager Noboru und die kleine Nonoko. Komplettiert wird der Haushalt von Takashis Mutter Shige. Von nun an erlebt der Zuschauer die Yamadas bei ganz alltäglichen Dingen, wie sie in jeder Familie vorkommmen. Es geht ums Essen, ums saubermachen, was macht man, wenn man sein Kind im Einkaufszentrum verliert etc. etc. Je länger man sich die Yamadas anschaut, umso mehr erkennt man parallelen zur eigenen Familie...
Das japanische Ghibli-Studio ist weltberühmt für seine hervorragenden Zeichentrickfilmen, die in Japan diverse Kinorekorde brachen, was nicht nur an den exzellenten Zeichnungen lag, sondern auch an den vielschichtigen Storys aus der Feder von Hayao Myazaki.
Umso befremdlicher wirkt da der erste Blick auf den Zeichenstil der Familie Yamada. Es hat nichts mit dem Stil zu tun, den man aus den anderen Ghibli-Studios kennt. Das Bild sieht aus, als wäre es mit Wasserfarben gemalt. Und genau so sollte es auch aussehen, denn die Yamadas waren schon vorher in Japan bekannt, als sie in kleinen Mangageschichten ihre Abenteuer erlebten, ebenfalls in diesem Zeichenstil. Natürlich sind die Animationen, trotz der Wasserfarben-Optik, brillant wie immer.
Woher ziehen die Yamadas ihren Reiz? Dies liegt natürlich zuerst an den Personen selber. Der Vater ist der typische japanische Arbeiter, der genervt von der Arbeit ist und eigentlich nur seine Ruhe haben will, natürlich soll vorher noch das Essen auf dem Tisch stehen. Mutter Matsuko hat aber nicht immer die rechte Lust, die Hausfrau zu spielen.
Die besten Wortduelle gibt es zwischen Vater Takashi und seinem Sohn Noboru. Noboru ist alles andere als ein fleißiger Schüler, der gerne mal verschläft und eigentlich auch keine Lust hat zu studieren. Und wenn beide schon im Clinch liegen, gibt es immer noch Oma Shige, die immer noch irgendwas zu sagen hat.
Dabei schaut man eigentlich keinen durchgängigen Film, man sieht immer Abschnitte aus den Leben der Yamadas, die immer mit einem kurzen Text erklärt werden, was uns nun erwartet. Handlungsstränge werden dann immer mit einem berühmten japanischen Haiku abgeschlossen.
Der Zeichenstil ändert sich nur einmal, wird ernster, wenn der Vater sich einer japanischen Motorradgang gegenübersteht, die scheinbar in Japan ein wirklich großes Problem sind. Die Animationen wirken weitaus realistischer, detailreicher gezeichnet als in der Wasserfarben-Optik. Dann jedoch tritt Oma Shige auf den Plan, um der Gang ihre Meinung zu sagen und dem Anführer einige Tipps zu geben, sofort ändert sich wieder die Optik
Fazit: Die Yamadas sind ein recht untypischer Beitrag aus den Ghibli-Studios, was nicht heißt, das sie nicht zu empfehlen sind. Der Film zieht seinen Reiz aus der Situationskomik. Man liegt zwar nicht brüllend am Boden, aber ein Lachen hat man immer auf den Lippen, allein die Dioaloge zwischen von und Nonoru/Shige sind Gold wert.
Zeichnerisch ist dieser digitale Film natürlich perfekt, wie man es eben gewohnt ist. Ghibli-Fans werden hier natürlich zuschlagen, aber auch sonstige sollten diesem Film mal eine Chance geben, wenn man mit den teilweise kindlichen Filmen der Ghibli-Studios nichts anfangen kann. Bei den Yamadas ist eigentlich für jeden was dabei, egal wie alt man auch ist.