Review

Der mit dem Wolf tanzt (Directors Cut)

Gleich vorweg, ich kann verstehen, warum Kevin Costner keinen kommerziellen Erfolg hat, die Synchronstimme im deutschen ist mir doch wesentlich sympathischer.

Trotz allem ist schon alleine die Tatsache Regie zu führen für einen Fillm dieser Länge und gleichzeitig die Hauptrolle zu besetzen eine gigantische Meisterleistung, vielleicht war die Leistung so rießig, dass es einfach zu viel Kraft gekostet hat, siehe auch Peter Jackson.

Bürgerkrieg in den USA, Leutnant John J. Dunbar hat große Dienste geleistet und möchte sich versetzen lassen, er möchte das Land etwas kennen lernen, deshalb lässt er sich an den westlichsten Posten versetzen. Hier findet er ein kaputtes Fort. Als Gefährten bleibt Ihm nur sein Pferd Cisco und am Rande schleicht ein Wolf umher. Einsam macht er sich an die Arbeit das Fort wieder herzurichten, bis er das erste mal Kontakt mit einem Indianer hat.

Es ist ein Epos, welches nur so vor Kraft strotzt. Bildgewaltig, Inhalt und Tiefe in der Storyline, sowie konsequent geweckte neugier lassen den Zuschauer in eine andere Welt tauchen.

Die Landschaften des Westens sind wunderschön, gerade wenn zu Tagesbeginn oder - ende gedreht wurde ist die Farbkompositon malerisch. Da möche man gerne in die USA fliegen und dem Sonnenuntergang hinterher reiten, yeha.

Natürlich spielt der Film zur Bürgerkriegszeit, die aber nur ganz kurz abgehandelt wird. Vielmehr zeigt der Film ein aufeinandertreffen zweier völlig verschiedener Kulturen mit verschiedenen Absichten und Ritualen.
Besonders beeindruckend finde ich die einfache realistische Einschätzung der Sioux zu ihrer Umwelt. Sie schießen die Büffel, aber nur so viele sie brauchen um den Winter durch zu stehen. Sie leben in einer sozialen Gemeinschaft zusammen, besonders beeindruckend der Medizinmann Strampelnder Vogel und seine Squaw. Menschen sind eben Menschen möchte man der Vergangenheit hinterherrufen.
Da stört es überhaupt nicht, dass mitten unter den Sioux eine weiße Frau aufgewachsen ist "Steht mit einer Faust."

Die Inszenierung um das vorsichtige und respektvolle treffen der beiden Kulturen ist würdig und perfekt inszeniert.

Da ist es nur konsequent, dass eine Person, ganz allein auf dem Posten beeindruckt ist von dieser natürlichen lebensweise. Ohne Beeinflussung anderer lässt er sich immer mehr auf das Leben der Indianer ein, bekommt schließlich seinen eigenen Namen "Der mit dem Wolf tanzt".

Als der Leutnant feststellt, dass "Steht mit einer Faust" gebrochen Englisch spricht beginnt ein neuer Abschnitt des Films und am Ende glaubt man John J. Dunbar begleitet zu haben und ein großes Stück Geschichte miterlebt zu haben.

Die Kamera fängt wunderbar die Menschen ein, die Schauspieler leben diesen Film und das spürt man jede Sekunde. Es ist einfach großartig für 240 Min. in eine andere Welt einzutauchen.

Trotz der vielen emotionalen momente und der schönen Bilder wird die damalige Zeit nicht verharmlost. Als es zu Kriegen kommt wird dies ungeschönt und brutal gezeigt. Die Länge im Director´ s Cut vertieft dies nur noch mehr und so brennt sich ein Meisterwerk in unser Hirn.

Fazit:
Dieser Western ist anderster und darf in keiner Sammlung fehlen!

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