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Im amerikanischen Bürgerkrieg wird ein Leutnant, gespielt von Kevin Costner, in ein einsames Grenzgebiet geschickt, wo er sich mit den Sioux-Indianern anfreundet, sie mehr und mehr schätzt und sogar ihre Sprache lernt. Bei seinem eigenen Volk gilt er mitlerweile als Verräter.
Die Story ist sehr gut. Man bemüht sich sehr um historische Wahrhaftigkeit, ohne die Indianer oder die Soldaten klischeehaft darzustellen. Costner wird sehr stark und liebevoll charakterisiert und seine ersten Kontakte mit den Indianern werden mit viel Tiefe und Glaubwürdigkeit dargestellt. Die Indianer werden nicht als "dumme Wilde" dargestellt und werden ebenfalls vorurteilsfrei und mit sehr viel Tiefe gezeigt. Die Beziehung von Costner und Mary McDonnal, die selbst eine Weiße ist und bei den Indianern aufgewachsen ist, wird sehr langsam dargestellt und entspricht ebenfalls nicht einer vorhersehbaren und klischeehaften Love-Story. Die Wendungen sind gut und steigern die Dramatik vor allem zum Ende hin. Auch die Tagebucheinträge von Costner passen gut in den Film und erhöhen die Tiefe. Der Wolf ist als Symbol ebenfalls sehr gut gewählt.
Der Film läuft, wie jeder großer Epos, sehr langsam an und beschäftigt sich erst einmal nur mit Costners Charakter. Im Mittelteil wird dann zunehmend das Verhältnis von Costner zur Natur und dessen Einsamkeit genauer beleuchtet, bis es dann zum ersten Kontakt mit den Indianern kommt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Film zwar Interessant, aber nicht wirklich spannend. Mit dem ersten Kontakt mit den Sioux erhöht sich die Spannung, da man nicht weiß, wie die Indianer auf Costner reagieren. Costners Erlebnisse bei den Indianern sind sehr interessant dargestellt und schaffen es auch nach 3 Stunden noch den Zuschauer zu fesseln, wobei man sagen muss, dass es vor allem bei der Langfassung stellenweise doch zu langatmig (aber nicht langweilig) wird. Das Ende ist sehr spannend und dramatisch und hinterlässt im Zuschauer einen bleibenden Eindruck. "Der mit dem Wolf tanzt" ist einer der größten Epen aller Zeiten.
Die Filmmusik ist sehr gut gewählt, sie wird nie zu laut oder zu aufdringlich und lässt so das Augenmerk des Zuschauers auf der Handlung und der Kulisse. Eben diese Kulisse ist hervorragend gewählt, die spektakulären Naturaufnahmen machen "der mit dem Wolf tanzt" zu einem riesigen Filmerlebnis. Die vielen Tiere, die ebenfalls in spektakulären Bildern gezeigt werden, können dies noch einmal unterstreichen. Auch die Kampfszenen haben einen hohen optischen Reiz. Neben "Herr der Ringe" gibt es nur wenige Filme, die eine ähnlich gute Kulisse haben. Eine solch brilliante Umsetzung hätte ich Costner als Regisseur niemals zugetraut. Als einziger Makel bleibt, dass man den Film stellenweise ein wenig schneller hätte schneiden können.
Kevin Costner spielt hervorragend, ohne Zweifel ist dies die beste Leistung seiner Karriere. Da sein Charakter des öfteren allein ist, wird seine starke Mimik hervorgehoben. Die Oscar-Nominierung ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Die anderen Darsteller sind ebenfalls sehr gut. Costner hätte ich als Regisseur niemals so viel zugetraut. Schade, dass viele seiner anderen Filme sehr schelcht geworden sind, er hätte das Potential zu mehr gehabt.
Zusammenfassend ist "der mit dem Wolf tanzt"ein hervorragender Western und einer der besten Filme aller Zeiten, der durch seine hervoragenden Darsteller, seinen hohen Tiefgang, seine historische Autentität und seine hervorragende Kulisse ein einmaliges und spannendes Filmerlebnis darstellt, dessen einziger Makel in seiner Überlänge besteht.

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