Review

Lt. John J. Dunbar liegt schwer verletzt in einem Lazarett, es droht ihm die Amputation seines Beines, er sieht keinen Ausweg und will sich auf dem Schlachtfeld umbringen. Sein Selbstmord misslingt, dafür lenkt er den Feind so ab, dass er als hoch dekorierter Kriegsheld gefeiert wird. Er behält seinen Fuß und lässt sich auf einen Posten im äußersten Westen versetzen - Fort Sedgewick. Die Männer dort haben diesen Posten desillusioniert aufgegeben, weil sie nicht länger auf Nachschub warten konnten. Dunbar findet einen verlassenen, zerstörten Posten vor, aber erst, nachdem er die ganze Schönheit der unberührten Prärie gesehen hat - und den Zuschauer dabei mit auf die Reise genommen hat.
Der Fahrer Simmons wird auf der Rückreise getötet, der Major, der Dunbars Versetzung unterschrieben hat, hat sich erschossen - jetzt weiß niemand, wo Dunbar geblieben ist. Außer den Sioux, in deren Nähe Fort Sedgewick liegt. Mit diesen freundet sich Dunbar bald an, bekommt Einblick in ihr Leben und lebt bald mit den Indianern zusammen, nicht zuletzt auch, weil er sich in die Weiße "Steht mit einer Faust" verleibt, die seit ihrer Kindheit bei den Sioux lebt. Auf dem Weg ins Winterlager fällt Dunbar ein, dass er etwas im Fort vergessen hat - sein penibel geführtes Tagebuch. Er reitet zurück, doch inzwischen sind dort wieder Soldaten...

Der Inhalt von "Der mit dem Wolf tanzt" lässt sich relativ kurz erzählen, die Art und Weise aber, wie Kevin Costner diese Geschichte vom Zusammentreffen zweier komplett verschiedener Kulturen erzählt, ist nicht nur atemberaubend, sie ist wirklich überwältigend. Der Film bietet ein seltenes Beispiel, wie schön, berührend und überwältigend episches Kino sein kann. Die Bilder, die Musik und nicht zuletzt die absolute Detailversessenheit lassen die Zeit völlig vergessen. Costner entführt 233 Minuten lang in eine Welt, die es so nicht mehr gibt.
Die Kameraführung in den Weiten von South Dakota ist das Schönste, was ich je gesehen habe, kombiniert mit der Musik von John Barry fesselt der Film, ohne dass überhaupt ein Wort gesprochen wird.
Das, was gesprochen wird, ist größtenteils in dem ausgestorbenen Lakota-Dialekt, den die Darsteller extra für den Film gelernt haben, er ist untertitelt, was dem Film ein zusätzliches Maß an Authentizität verleiht, man wird als Zuschauer wirklich in die Handlung hineingezogen.
"Der mit dem Wolf tanzt" ist sicher nicht der erste Film, der die Konfrontation zweier Kulturen thematisiert, auch ist das Thema sicher nicht neu, dass ein einsamer Grenzgänger eine neue Kultur kennen lernt, aber "Der mit dem Wolf tanzt" ist der absolut Schönste.
Ein Film, den jeder gesehen haben sollte, ein Film, der für Gänsehaut sorgt, wenn man sich nur auf ihn einlässt und es zulässt, dass er einen als Zuschauer komplett in seinen Bann zieht.
10/10, weil es leider keine höhere Wertung gibt.
Der Film ist in der Kinofassung schön, aber ein passendes Adjektiv für die Langfassung lässt sich kaum finden - atemberaubend - überwältigend - "Harmonie", um mit den Worten von "Der mit dem Wolf tanzt" zu sprechen!

Details
Ähnliche Filme