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Lange Zeit vor Jason und Co. Schickte Mario Bava schon seinen Blutbaron ins Rennen. Bava paarte wie immer seine wunderbare Kameraarbeit mit einer recht interessanten Story.


Peter Kleist kommt nach Österreich, um bei der Versteigerung des alten Schlosses des ehemaligen „Blutbarons“ Otto von Kleist dabei zu sein. Der Baron war ein Verrückter, der viele Menschen folterte und umbrachte.
Im Schloss triff Kleist auf die Architektin Eva (Elke Sommer), seinen Onkel Prof. Hummel und einen gewissen Herrn Dortmundt.
Kleist ist im Besitz eines alten Papiers von der Hexe Elizabeth Hollow, mit dem man angeblich den Baron wieder zum Leben erwecken kann. Gesagt, getan. Peter und Eva beschwören den Baron. Es dauert auch nicht lange, bis der Blutbaron durchs Schloss streift. Nun ist guter Rat teuer...


Fans des atmosphärischen Gruselfilms werden sich hier rundherum wohlfühlen. Bava schuf einen hübschen Gruselfilm, der zwar alles andere als perfekt ist, aber gerade Fans dieses Genre unterhalten wird.
Zunächst fallen einem die klischeehaften deutschen Namen auf. Namen wie Fritz, Gretchen, Otto, Herr Dortmundt (warum dieses t?) wurden sicherlich erst nach sorgfältiger Recherche ausgewählt. Auch Schauspielerisch ist das hier sicherlich nicht erste Sahne, was hier geboten wird, aber man kann zufrieden sein. Wieder mal hat man Elke Sommer in einer der Hauptrollen, wie schon in „Der Teuflische“. Sie darf sich wieder die Seele aus dem Leib schreien, wenn der Blutbaron sie durch die Gänge treibt.

Viel besser als die Story ist natürlich die Arbeit von Bava selber. Wenn der Blutbaron Eva durch die nebelige Stadt jagt, erkennt man sofort Bavas Geschick für ausgeleuchtete Szenen. Farben wechseln sich ab, die ganze Szene wirkt einfach klasse und durchdacht.

Der Titel „Baron Blood“ mag reißerisch klingen, aber ganz so ist es dann doch nicht. Zu Begin darf der Blut Baron ein wenig das tun, was ihn schon früher ausgezeichnet hat. Menschen umbringen. Dies geht allerdings recht unblutig vonstatten, bis auf eine Szene.
Leider ist der Mittelteil ein wenig zu lang geraten und bis auf die Verfolgungsszene gibt es kaum wirkliche Höhepunkte. Dass das Ende natürlich ins phantastische Genre abdriftet, ist auch zu erwarten, nachdem man den Blutbaron zum ersten mal gesehen hat. Aber auch das Finale wirkt ein wenig leblos. Man hätte sich mehr erwartet. Alles wirkt ein wenig rein zufällig und irgendwie nicht richtig durchdacht. Da hätte man sich mehr einfallen lassen können, so entsteht ein bitterer Nachgeschmack.


Fazit: Für Fans des atmosphärischen Gruselfilms ist „Baron Blood“ auf jeden Fall ein Blick wert. Schöne Kameraarbeit, die Figur des Barons ist auch ganz gut gelungen. Leider wirkt das Ende ein wenig zu undurchdacht. Fans werden aber trotzdem ihren Spaß haben.

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