Mario Bava ist ein Regisseur, der von genialen Giallos (Blutige Seide) über solide Slasher (Im Blutrausch des Satans) und durchschnittliche Grusler (Die drei Gesichter der Furcht) bishin zu schlechten Horrorfilmen (Die Stunde wenn Dracula kommt) alles drauf hat. Der hier vorliegende Film gehört leider zur letzten Kategorie.
Schauplatz ist ein Schloss, wo vor Urzeiten ein grausamer Baron lebte. Dieser wird dank Hexerei von einem Nachfahren seiner Familie namens Peter und seiner neuen Kumpeline Eva wieder zum Leben erweckt, wofür es außer Neugier keinen nachvollziehbaren Grund gibt. Na jedenfalls ist der böse Baron jetzt wieder da und kann nicht mehr zurück, da die dies bewirkende Zauberformel ins Feuer gewandert ist.
Von nun an darf Eva ihre Nerv- und Schreiqualitäten unter Beweis stellen. Die deutsche Synchro ist zwar insgesamt recht lustig, wirkt aber unpassend in den atmosphärischen Momenten, welche extrem rar gesät sind. Die wenigen guten Passagen können dann allerdings überzeugen, z.B. wenn das Schloss erkundet oder Eva vom Baron im dichten Nebel durch die Nacht gehetzt wird. Bavas exzellentes Gespür für den Einsatz von Farben kommt hier hervorragend zur Geltung.
Allerdings wird dieser gute Eindruck durch die lächerliche Maske des Barons gleich wieder zunichte gemacht. Der Typ sieht nicht gruslig, sondern wie ein vermoderter Obdachloser aus, sodass alle seine Auftritte zur Farce verkommen. Die Morde waren aus damaliger Perspektive sicher ok, aber heute hat man sowas schon tausendmal (besser) gesehen. Auch die kleine Überraschung gegen Ende reißt diesen unterdurchschnittlichen Film mit ziemlich einfallsloser Handlung nicht mehr raus, sodass „Baron Blood“ nur in handwerklicher Hinsicht zu genießen ist.
3 / 10