Wegen seiner Schulden steckt sein Kopf schon so gut wie in der Schlinge des Henkers. Nate sieht nur eine einzige Möglichkeit, um zu verhindern, dass er gehängt wird: Er macht Jagd auf einen weiblichen Outlaw, deren Kopfgeld ausreicht, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Doch die Jagd nach der Frau gestaltet sich schwieriger als erwartet und Nate bekommt es mit einem korrupten Sheriff zu tun. Ihm gelingt es schließlich, die gesuchte Frau in Gefangenschaft zu nehmen, womit alle Probleme gelöst scheinen. Doch auch der Sheriff will ihm ans Leder und eine Bande ist Nate auf den Fersen.
Nach dem mehr als zweifelhaften Genuß des Ultra-low-Budget Westerns drängt sich mir doch die Frage auf, wo hört der Bereich des Heimvideos von Tante Trudes 50. Geburtstag auf und wo beginnt der Bereich dessen, was man mit Augenzudrücken und Goodwill als einen zu veröffentlichenden "Film" zu bezeichnen. Als ernsthafter Kandidat dieses Missing Links stellt sich Bounty vor. Jetzt muß ja aber ultrabillig nicht auch automatisch ultraschlecht bedeuten, wie zuletzt bei Henry dem Serienkiller zu sehen, aber was hier abgeliefert wird, ist selbst für einen independent Film ein Armutszeugnis.
Ich fange mal am besten damit an, wofür der Streifen nichts kann, nämlich die deutsche Vertonung. Die ist überraschenderweise gar nicht mal übel, lediglich die weiblich Hauptrolle sorgt für Darmkrämpfe durch den ständigen Wechsel zwischen chloroformiert und betont deutsch, als wäre es eine Germanistik Studentin, die gleichzeitig upper und downer eingeworfen hat.
Werfen wir doch mal einen Blick auf die Drehorte, die entweder aus freier Wildbahn bestehen, oder ersichtlich in einer Westernstadt für Touristen aufgenommen wurde. Dabei stören noch nicht mal die oberirdischen Stromleitungen im Bild, aber achtet mal darauf wie vorsichtig sich die Akteure mit der Innenausstattung befassen, da darf bei Shootouts kein Einschlag erfolgen und die Krönung ist aber die zahmste Saloonschlägerei aller Zeiten (der Salon in den tatsächlich ganze zwei Tische passen, lol), in der man sehen kann wie die Beteiligten ja darauf achten nix kaputt zu machen, einfach köstlich.
Am wenigsten Vorwürfe kann man da noch den Darstellern machen, die bis auf die Nebenrollen, besser sind, als sie vom restlichen Niveau her sein dürften. Zumindest der olle Zausel mit dem falschen Bart hat mich durch Aussehen und Stimme an Fuzzy McGee erinnert und natürlich daran, das es so viele bessere Western zum Zeit totschlagen gibt.
Die Story selbst ist kaum der Rede wert. Zwei Dödel fliehen vor korruptem Sheriff und nerven den Zuschauer mit unnatürlichen und ständig in die Länge gezogenen Dialogen der unteren Güteklasse. Soll aber bloß niemand auf die Idee kommen, die Nummer hier wäre spannend oder actionorientiert. Hier sind selbst die Shootouts lahm und uninspiriert, aber immer noch der Höhepunkt der organisierten Laberei. Ich muß gestehen, das ich nach 40 Minuten die Schnauze voll hatte, kann mir andererseits aber auch nicht vorstellen, hier auch nur irgendetwas verpaßt zu haben.
2/10