- Muss Spoiler enthalten -
Mittlerweile ist es ja ein wenig schwer geworden, ein abwechslungsreiches und überraschendes Script für einen Slasher zu entwerfen, das war anno 1976 gewiss noch nicht so.
Dennoch schafft es dieser unterirdische Versuch zu keiner Zeit, Spannung aufzubauen und das Ratespiel um den Killer im Autokino ansprechend zu gestalten.
Wären einige Szenen nicht so herrlich trashig, könnte man selbst die knappe Laufzeit von rund 70 Minuten kaum überstehen.
Im Grunde läuft das so: Ein Paar im Auto während einer abendlichen Vorstellung, der unbekannte Killer schlägt mit einem Schwert zu und das ganze zweieinhalb mal.
Dazwischen ermitteln zwei ältere, körperlich nicht fit wirkende Kommissare, die beide gleich aussehen und den wenigen Verdächtigen nachgehen: Dem Betreiber und Manager, einem Angestellten und einem Spanner.
Dumm nur, dass das Whodunit am Ende in Einfallslosigkeit mündet, denn der Killer ohne ersichtliche Identität wird nicht gefasst und mordet, laut Einblendetext, nach wie vor in Autokinos weiter.
So dialoglastig wie die Sache vonstatten geht, empfindet man die Handlung ohnehin eher wie einen drögen Thriller, als einen ordentlichen Slasher mit Temposzenen, - diese bleiben nämlich, bis auf eine kurze Verfolgungsszene komplett aus.
Die Opferpaare sind nichts weiter als oberflächliche Klischeefiguren (Eins macht Liebe, eins klärt die Familienverhältnisse, weil er noch verheiratet ist und beim letzten will sie den Film sehen und er knutschen). Gleiches gilt für die potentiellen Verdächtigen, denn der Manager gibt sich komplett verachtenswert rotzig und arrogant, der Angestellte ein wenig minder bemittelt, aber hilfsbereit den Cops gegenüber und der Spanner scheint bereits auf dem Höhepunkt, wenn er einem Paar beim Knutschen zusehen kann, seine Wohnung hat er jedoch mit zahlreichen Pin-Ups tapeziert.
Einzig die beiden Cops bringen ein paar unfreiwillige Schmunzler, spätestens mit ihrem Undercover Einsatz, bei dem sich einer eine Langhaarperücke und Rock übergestreift hat, was einfach nur selten dämlich und überhaupt nicht unauffällig aussieht.
Ansonsten gibt es nicht allzu viele Gründe zur Freude, die Mordszenen fallen sehr knapp aus, während die FX unter aller Kanone sind, auch wenn es zwei Enthauptungen und einen Stich im Hals zu sehen gibt. Letzterer sieht jedoch im Close Up so aus, als würde eine Klinge in eine beige-braune Handtasche stechen.
Auch die Darsteller, von denen einige bis dato ihren ersten und letzten Auftritt hatten, stechen nicht durch ihre Glaubhaftigkeit hervor, sondern eher durch ihre teilweise recht markanten Synchronstimmen.
Der Knaller ist aber der Score, der, abgesehen von einem brauchbaren Song, lediglich aus hohen Taktgeräuschen und zwei schiefen Keyboard-Sounds besteht und den Eindruck erweckt, als wäre er innerhalb von 20 Sekunden entstanden und in einen Loop gepackt worden.
Gleicht sich aber insgesamt dem actionlosen Erzählfluss an.
Bezeichnend für das unzulängliche Pacing ist eine Szene, die etwa eine Minute andauert und lediglich ein Auto zeigt, das sich auf dem großen Parkplatz des abendlichen Autokinos einen Platz sucht, super, da sind es nur noch 69 Minuten, in denen zwei blamable Cops einen Killer jagen, von dem es letztlich überhaupt keine Spur gibt.
Und da denkt man gegen Ende noch, es sei der Psychokiller, der mit einer Machete ein Mädchen in einer Lagerhalle bedroht, so bildet dieser Einschub nichts weiter als eine zusammenhanglose Idee wie aus einem anderen Film.
Für sich stehend ist diese Passage immerhin weitaus spannender als der Rest, denn den kann man, auch als Trashfreund, größtenteils in der Pfeife rauchen.
3,5 von 10