Radley Metzger gilt heute zu Recht als einer der größten Revolutionäre im Pornokino und ist mit Lasse Braun und Gerard Damiano der wohl wichtigste Genre-Regisseur der 70er Jahre. Bereits in den 60ern drehte er zahlreiche sehr erotische Filme wie zum Beispiel den ausgesprochen gut fotografierten „Camille 2000“. Erst mit dem steigenden Erfolg expliziter Pornografie wendete sich auch Metzger dieser Stilrichtung zu,
Basierend auf dem kontroversen Theaterstück bannte Metzger eine ziemlich orignalgetreue Adaption auf die Leinwand und ging auch in den sexuellen Details deutlich weiter als die Vorlage. Übrigens spielte Sylvester Stallone in dem Stück eine Hauptrolle und bis heute bleiben deswegen fälschlicherweise hartnäckige Gerüchte einer Vergangenheit Stallones im Gay-Film.
Die berühmteste Szene des Films ist natürlich die ziemlich lange homosexuelle Szene gegen Ende, welche man für die offene Provokation doch loben muss. Das Bild wechselt minutenlang ständig zwischen der Lesben- und der Schwulen-Szene in und her. Die Grenze zwischen Softerotik und Porno wird zwar mehr als gestreift, richtig
explizit wirkt das Gesamtwerk allerdings nicht.
Sowohl technisch als auch schauspielerisch und dramaturgisch gibt es nicht viel auszusetzen und es wird klar deutlich warum Metzger zu den seriösesten Filmemachern seiner Branche zählt. „Score“ als wirklichen Porno zu bezeichnen wäre verkehrt denn auch die Dialoge und Kulissen zeugen von hoher Professionalität. Gedreht wurde zum Großteil in Jugoslawien was dem Flair des Films sehr gut tut, die Leichtigkeit und Unbeschwertheit der Geschichte wird von Metzger gut eingefangen.
Bei der Besetzung bewies Metzger ebenfalls eine sichere Hand, außer Kultstar Lynn Lowry („Crazies“, „Shivers“) sind Calvin Culver und Claire Wilbur zu sehen. Culver hatte bereits Erfahrung mit Gay-Szenen und wurde später zu einem der berühmtesten schwulen Pornostars während Claire Wilbur schon mit ihrem Charakter vertraut war, da sie schon im Theaterstück mitgespielt hatte.
Fazit: Filmhistorisch bleibt „Score“ sicherlich wichtig, doch selbst heute dürfte der Film bei den meisten Zuschauern aufgrund der Gay-Szenen schlecht weg kommen. Die völlig ungeschnittene Fassung ist darüber hinaus nur sehr schwer zu bekommen.
6,5 / 10