Ein interessanter Mischmasch wird uns hier vorgesetzt: Rachethriller, Gerichtsfilm, etwas Torture/Splatter und auch noch James Bond light.
In erster Linie ist Gesetz der Rache jedoch ein klassischer Selbstjustiz-Reißer:
Die Familie eines Mannes wird von zwei kriminellen Subjekten getötet. Der zuständige Anwalt geht ohne Zustimmung des Betroffenen einen Deal mit einem der Gangster ein. Zehn Jahre später ist für den ehemaligen Familienvater die Zeit der Rache gekommen...
Dieses Genre wies zuletzt mit Death Sentence, mit Kevin Bacon, einen sehr gelungenen Vertreter auf. Im vorliegendem Film ist die Grundkonstellation jedoch etwas vertrakter. Die Sympathien für die Charaktere werden im Laufe der Handlung umverteilt, gesplittet. Je nach Moralvorstellung des Einzelnen, gibt es bei den Hauptprotagonisten eigentlich kein Gut/Böse-Schema mehr.
Durch dieses untypische Aufstellung kann der Film schon viele Pluspunkte sammeln.
Es tut gut zu sehen, daß die amerikanische Filmschmiede hier die ausgetreten Pfade zumindest etwas zu umschreiten vermag. Überraschende Charakterzeichnung, geschickte Wendungen, unerwartete Schockmomente und Storyelemente. Da macht der Kinogang in Ami-A-Ware auch wieder Spaß!
Natürlich ist aber nicht alles eitel Sonnenschein: Da unsere Hauptfigur eine Art Tüftler und genialer Taktiker ist, und später auch vom Knast aus agiert, bleibt die Logik natürlich hier und da etwas auf der Strecke. Auch das Finale ist im ersten Moment etwas lasch und es wirkt ein wenig, als wollten die Verantwortlichen bei der letzten Gelegenheit noch die P.C. und Moralkeule schwingen. Schlußendlich ist Jamie Foxx einfach unsympathisch und nicht gerade begabt...
Trotzdem wirkt der Film erfrischend anders. Hauptdarsteller Gerard Butler (300) spielt hervorragend, auch der geniale Colm Meaney (Con Air)ist endlich mal wieder auf der A-Leinwand zu sehen. Zudem glänzt der Film mit einem - trotz des ernsten Themas - passendem, mal unterschwelligen, mal frechen, Humor. Ich will aber nicht verschweigen, daß sich auch ein, zwei unfreiwillig komische Momente eingeschlichen haben (ferngesteuerter-MG-Robot).
Für eine 16er-Freigabe spritzt zwischendurch übrigens ganz nett die Suppe.
Somit haben wir einen sehr unterhaltsamen, sanft aus dem Genrebrei ausbrechenden Knaller mit einigen Logiklöchern und kleineren Schwachstellen, der jedoch durch seine aufgepeppte Rachestory und frischen Versatzstücken absolut nicht enttäuscht und einige nette Schauwerte zückt (Explosionen, Technikspielereien, Shootouts, a bisserl Gore und gelungene Wortgefechte!) In diesem Jahr neben 96 Hours ganz klar eines der Kino-Highlights! 8/10
MovieMadness