Gerard Butler spielt einen professionellen Ingenieur und Tüftler, der bei einem Einbruch schwer verletzt wird, während seine Frau und seine Tochter ermordet werden. Als der zuständige Staatsanwalt, gespielt von Jamie Foxx, trotz einiger Bemühungen auf einen Deal eingeht, nach dem der Mörder seiner Familie nach kurzer Zeit wieder aus dem Gefängnis entlassen wird, verliert er seinen Glauben an das Rechtsystem. Er ermordet den Einbrecher, der seine Frau und seine Tochter tötete und startet einen Rachefeldzug gegen das gesamte Rechtssystem, von dem ihm auch seine Inhaftierung nicht abhalten kann.
Rache-Thriller wie "Kill Bill" oder "Man on Fire" gibt es wie Sand am Meer und nun nimmt sich auch F. Gary Gray, der mit "Verhandlungssache" und "The Italian Job" bereits zwei überaus gelungene Thriller inszenierte, der Thematik, nach einem Drehbuch von Kurt Wimmer, an. Dabei gelingt der Film, der sich, wie so viele Genre-Vertreter ebenfalls den Kritikpunkt wird gefallen lassen müssen, dass er die Selbstjustiz seines Protagonisten stark verherrlicht, vor allem dank der einen oder anderen originellen Idee unterm Strich relativ gut.
Dabei wird die Ausgangssituation schnell abgehandelt. Der Einbruch, die Ermordung von Frau und Tochter, der Deal mit der Verteidigung, Gray erzählt die Exposition kurz und bündig, worunter natürlich im Endeffekt die Charaktere, die relativ seelenlos konstruiert wirken, zu leiden haben, aber so kann er mit dem eigentlichen Plot umso schneller beginnen. Und der startet mit der Folter und Ermordung des Einbrechers schnell, hart und gelungen, wodurch der Film bereits früh Spannung erzeugt.
Im Folgenden rückt vor allem das Kammerspiel um den ehrgeizigen, etwas opportunistisch veranlagten Staatsanwalt und den eiskalten Rächer in den Vordergrund, das ebenfalls relativ spannend aufgezogen ist, da Gray eine relativ dichte Atmosphäre, unterstützt von seinem treibenden Score, erzeugt. Die Fragen danach, welche Falle der Attentäter und Mörder in seinem eiskalten Kalkül als nächstes Vorgesehen hat, wie diese aussehen wird und wo und wann sie zuschlägt, bleiben bis zuletzt offen und erhalten die von Unsicherheit und Gefahr geprägte Atmosphäre über weite Strecken aufrecht, zumal einige Überraschungsmomente wirklich hervorragend zünden, während man sich allmählich damit abfinden muss, dass die Charaktere wohl bis zuletzt kaum an Profil gewinnen werden.
Und dies ist eine deutliche Schwäche des Films, da so der emotionale Zugang zum Geschehen in letzter Konsequenz ausbleibt. Außerdem wirkt der Plot, der vor allem dank einiger Innovationen und gelungener Grundideen eine gute Grundlage für den Rache-Thriller bietet, vor allem zum Ende hin dann doch ein wenig überkonstruiert, aber dies stört kaum, ganz im Gegensatz zum etwas abrupten Ende, das dem Film einen eher mittelmäßigen Abgang verschafft, wobei alles in allem doch ein leicht überdurchschnittlicher Unterhaltungswert gegeben ist.
Dabei überzeugt Jamie Foxx als etwas opportunistischer, überaus ehrgeiziger Anwalt auf ganzer Linie, zumal er seine Figur relativ sympathisch auf die Leinwand zu bringen weiß, genauso, wie seine Kollegin Leslie Bibb, die in ihrer Nebenrolle ebenfalls sehr sympathisch ist, während Bruce McGill seinen Part sehr souverän meistert. Mit einer soliden Leistung zeigt sich Gerard Butler im Psychoduell mit Jamie Foxx zwar einigermaßen überzeugend, lässt jedoch das kalte Charisma vermissen, dass er in der Rolle des eiskalt kalkulierenden Killers benötigt hätte, um den Zuschauer wirklich fesseln zu können.
Fazit:
"Das Gesetz der Rache" überrascht mehrfach und unterhält mit seiner dichten Atmosphäre über weite Strecken, wird zeitweise auch mal relativ spannend. Da die Charaktere jedoch sehr lieblos gestrickt sind, der Plot zum Ende hin ein wenig überkonstruiert wirkt und der Film arg abrupt endet, sticht der Rache-Thriller kaum aus der Masse an Genrefilmen heraus.
66%