Schönes Rache-Spektakel!
Zunächst wird der Zuschauer vollständig in die Lage von Clyde Shelton (Gerard Butler) versetzt, dessen Frau und Tochter bei einem brutalen Raubüberfall im eigenen Haus ermordet werden. Einer der beiden Räuber, Durby, genießt es Macht über seine wehrlosen Opfer auszuüben während sein Komplize Ames ihn eindringlich zum Abhauen auffordert und anscheinend Gewissenbisse bekommen hat.
Die beiden werden geschnappt, doch aufgrund des Umstandes dass die am Tatort gefundenen DNA-Spuren auf Antrag der Verteidigung nicht verwendet werden dürfen, entschließt sich Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) zu einem Deal. Durby soll gegen seinen Freund Ames aussagen und bekommt dafür mildernde Umstände - Ames die Todesstrafe.
Shelton ist entsetzt über Rice´s Vorhaben, doch hat dieser den Deal bereits ausgehandelt. Bei der darauf folgenden Pressekonferenz schüttelt Rice Durby - wenn auch widerwillig - die Hand, jedoch reicht dies Shelton als Bestätigung dass er vollendst von der Justiz verraten wurde.
10 Jahre später findet die Hinrichtung von Ames statt. Rice hat inzwischen eine 10 Jährige Tochter und lebt mit seiner Frau in einem stattlichen Haus. Bei der Hinrichtung sind die tödlichen Flüssigkeiten die Ames injiziert werden vertauscht worden. Er stirbt einen qualvollen Tod. Ein Hinweis auf einer der Flaschen mit dem Mittel lässt auf seinen einstiges Kumpanen Durby als Täter schließen, doch der sitzt gerade zu Hause und und kokst sich nieder.
Shelton schlägt zurück....
Ein grandioser Film. Ein tiefer Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele und intelligent inszeniert.
Wie bereits erwähnt hat man zunächst Verständnis für Shelton´s späte Rache. Er musste zusehen wie Frau und Kind von Derby getötet wurden und dieser mit 3 Jahren Gefängnis davonkam. Der Familie beraubt und von der Justiz hintergangen. Wer würde da nicht zu Selbstjustiz greifen? Doch Shelton hat weiter reichende Pläne, er greift letztendlich das ganze System an, das er für ungerecht hält da es Verbrechern zuviele Hintertüren offenhalten würde.
Nachdem er die Flaschen mit dem Hinrichtungsgift für Ames vertauscht hat und sich an Derby für dessen Taten mit einem perfekt inszenierten Trick übelst durch sadistisch qualvolle Abtrennung diverser Körperteile gerächt hat, will er nun allen Beteiligten des damaligen Prozesses ans Leder.
Nach dem Mord an Durby, den er aufgezeichnet hat, schickt er die DVD an Rice, dessen kleine Tochter den Film nichtsahnend zu Gesicht bekommt und unter Schock steht. Shelton wurde inzwischen gefasst und sitzt im Gefängnis, doch das war Teil seines Planes um die endgültige Abrechnung zu starten.
Man hat zunächst noch sehr viel Mitgefühl für den einstigen Familienvater, doch seine von übertriebenen Hass geprägten Taten und das Töten von Unschuldigen macht ihn selbst mehr und mehr zur Bösen Figur und entfacht seine eigene, gewaltige kriminelle Energie.
Trotz allen Hasses in Sheltons Vorgehen fällt im Verlauf des Filmes immer wieder auf wie er das Armband betrachtet, das seine Tochter kurz vor ihrer Ermordung für ihn aus kleinen Würfeln gefertigt hat. Der Schmerz eines zutiefst verletzten Menschen scheint unentwegt durchzubrechen und ihn in seinen Vorhaben anzuspornen. Er ist einer jener negativen Helden, wie ihn Michael Douglas in "Falling Down - Ein ganz normaler Tag" verkörpert. Angeekelt von einem System, das scheinbar ungerecht ist.
Man hat es verstanden die psychologischen Beweggründe beider seiten verständlich und nachvollziehbar dazustellen. Auf der einen Seite ein Mensch, dem es nach unvorstellbarer Rache gelüstet, auf der anderen ein Staatsanwalt der selbst Familienvater ist und beim einstigen Prozess versuchte das Beste aus dem Prozess herauzuholen und nun einem psychophatischen Serienkiller jagen muss der seine Mitarbeiter und Freunde tötet.
Ein hervorragender Film, auch wenn er letztlich doch etwas zu phantastisch anmutet.
8/10 Punkten