Aufgrund der vielen Reviews gehe ich nicht mehr detailliert auf den Filminhalt ein. Ich finde den Film mit seiner Thematik gelungen. Hingegen stossen sich einige dermassen am Ausgang des Filmes, dass ich dazu Stellung nehmen möchte.
Auch ich finde Gerard Butler in seiner Rolle cool. Trotzdem sehe ich den Schluss der Geschichte nicht als Bruch mit dem Rest.
Achtung Spoiler (nur weiterlesen, wer das Ende schon kennt):
Butler alias Shelton hat nämlich sein Ziel erreicht: Anwalt Nick Rice wird künftig nicht mehr mit Mördern verhandeln und Kinderschändern mildernde Umstände in Prozessen ermöglichen. Genau das wollte Shelton erreichen. Und wenn ich noch eine Stufe weiter gehe, so behaupte ich, dass Shelton schon am Tage des Mordes an seiner Frau und seinem Kind innerlich gestorben ist. Nachdem er also nun den Anwalt wieder auf den rechten Weg gebracht hat, erlöst ihn sein Tod aus der privaten Hölle, in der er gelebt hatte.
Shelton hat definitiv aus persönlicher Rache die Grenzen überschritten. Je länger und je mehr er gemordet hat, desto mehr wurde er zum Monster. Hätte er am Schluss doch noch alle in die Luft gejagt, wäre das dann besser gewesen? Hätte man ihm plötzlich Amnestie gewährt? Wohl kaum. Er wäre als billiger Terrorist in die Annalen der Geschichte eingegangen, die Regierung hätte das schon irgendwie so gedreht.
Fazit: ein spannender Film, dessen Schluss nicht eine Verbeugung vor Hollywood-Masstäben ist, sondern die konsequente Fortsetzung von Sheltons Rachefeldzug, der - nachdem er sein Ziel erreicht hatte - nicht anders ausfallen konnte. Alles andere wäre eine nicht enden wollende pubertäre Allmachtsphantasie, die Shelton das Töten von Unschuldigen erlaubt, ohne dass er dafür letztlich zur Rechenschaft gezogen wird. Schade um Shelton, aber nur so macht das Sinn.