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Nachdem Clyde Shelton bei einem brutalen Überfall Frau und Tochter verliert, setzt er sein ganzes Vertrauen in das amerikanische Justizsystem und den aufstrebenden Staatsanwalt Nick Rice. Gegen Clydes Erwartungen handelt Rice, anstatt auf die Todesstrafe zu klagen, einen Deal mit dem brutalen Mörder aus. So hält der Anwalt zwar seine tadellose Verurteilungsquote, der perverse Familienmörder kommt jedoch mit einer allzu milden Haftstrafe davon. Zehn Jahre und einen ausgeklügelten Plan später, lockt Clyde den mittlerweile freigelassenen Mörder in ein Lagerhaus und foltert ihn brutal zu Tode. Von der Polizei festgenommen, offenbart Clyde Stück für Stück seine wahren Pläne. Vom Gefängnis aus steuert er einen gnadenlosen Feldzug gegen all jene, die damals in das Verfahren involviert waren – inklusive Richter und Anwaltschaft.

Eins kann man Gesetz der Rache mit Sicherheit nicht vorwerfen, nämlich das man sich hier mit langen Vorreden aufhält. Der Film ist keine Minute alt, schon dringen zwei Einbrecher in die Familienidylle ein, rauben und vergewaltigen ein wenig und töten sogar Clydes Frau und Kind. Nachdem die Justiz die beiden Täter mit Samthandschuhen anfaßt und die Staatsanwaltschaft einen laschen Deal aushandelt, kann man als Zuschauer durchaus verstehen das der Familienvater einen massiven Groll entwickelt und schn haben wir das schönste "Ein Man sieht rot" Szenario, das hier aber alles andere als durchschnittlich entwickelt wird.
Zehn Jahre vergehen und die Saat der Rache geht auf. Clyde nimmt konsequent Vergeltung an allen die damals beteiligt waren. Ein Hinrichtung wird manipuliert, der Haupttäter brutalst zu Tode geqäult (da wäre sogar Jiggsaw neidisch geworden), doch mit dem Geständnis der Taten ist der Racheplan des enttäuschten Mannes längst nicht vorbei. Das Drehbuch geht dabei ziemlich clever vor, wenn man denkt das Clyde ohne jede Chance in Isolationshaft sitzt, geschehen immer weitere Morde an der Richterin oder am Oberstaatsanwalt, so daß man sich zwangsläufig fragt, wer denn der Komplize sein muß der all dies verübt. Die Auflösung ist dabei gut durchdacht und sogar nachvollziehbar geschildert.
Die Darsteller leisten gute Arbeit, liefern sich pointierte Dialoge, auch wenn die Logik manchmal fragwürdig bleibt, warum beispielsweise die Justiz trotz erdrückender Beweislast die beiden Eindringlinge davonkommen läßt oder wie am Ende Clydes ultimativer Act so schnell gegen ihn selbst angewendet werden kann, aber spannend ist dies allemal. Gesetz der Rache bietet einen klasse Thriller mit einer intelligenten Story über Selbstjustiz, die selbst Charles Bronson oben auf seiner Wolke gefallen dürfte.
8/10

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