Die Macher sahen seinerzeit sicher Western und Gangsterfilme der 40er und 50er, wir hier heute ein fast schon arthousiges Werk. Inhaltlich mit gängigen Yakuza-Motiven, Ehre, Stolz, Kodex, optisch aber von eindrucksvoller 60s-Pop-Art-Magie. Diese Farben, die surrealen Kulissen, die immer nach den coolsten Shots suchende Kamera. Alles ist eins über normal, was das Ergebnis aus der Masse und dem Schatten des Vergessenwerdens heraushebt. Ein B-Movie, sicher, aber eines das daraus sämtliche künstlerische Freiheit zieht und alle seinerzeit gängigen Stilmittel neu interpretiert und kreativ erweitert.
Zeitreise: Eine Krise der Bilder-Kunst, ähnlich der heutigen. Serien, damals TV, heute Stream, minderwertige Massenprodukte vergiften die Sehgewohnheiten. Hollywood hatte ausgedreht, die goldene Kamera ging zurück nach Europa, insbesondere Frankreich. Jedoch machten sich auch andere Kulturkreise an die Wiederbelebung des Kinos. Der Fokus in Japan war im Grunde der Gleiche wie in Frankreich, Dekonstruktion gehabter Genre, inhaltliche und stilistische Tabubrüche, das Aufstreben der jungen Generation und Abrechnung mit der alten.
Der Tokyo Drifter gehört wiederentdeckt, ein Tarantino entlarvt.