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Ein beschauliche Gruppe von Jugendlichen entert ein verlassenes, verfluchtes Kloster. Verflucht deshalb, weil vor 40 Jahren eine junge Bewohnerin namens Christine (Oakley Stevenson) eine Abtreibung verhinderte, indem sie alle Nonnen über den Haufen ballerte. Diese Nonnen hatten es aber auch verdient: Sie waren nämlich Dämonenen und wollten den Antichristen auf die Erde bringen. Jedenfalls bricht dank einiger Satanisten in Gegenwart der Jugendlichen erneut die Hölle aus und nur die gealterte Christine (Adrienne Barbeau) kennt die Lösung des Problems.

Gleich vorweg: Einen ernsten Film sollte man auf keinen Fall erwarten. Und schon gar nicht einen gehaltvollen. Denn "The Convent" ist ganz ordentlich von Trash durchzogen. Keinesfalls jedoch schlechter Trash! Das fängt so schon bei den Figuren an: Diese sind überzogen Klischee-haft und nicht im geringsten ernst zu nehmen. Kiffer, Weichei, Footballspieler und dümmliches Blondchen; es wurde nichts vergessen. Aber diese Klischees werden so aufdringlich präsentiert, dass man sie als subtile Persiflage ans Genre verstehen kann (Wer dies nicht schafft, wird am Film wahrlich keinen Gefallen finden).

Die Dialoge sind meistens auch wirklich platt; durch die gelungene deutsche Synchronisation wird die schlechte Leistung der Darsteller aber zu großen Teilen getilgt. Nur im Ansatz kann man noch deren Unvermögen erkennen. Und selbst wenn die deutsche Synchro vermurkst gewesen wäre, hätte das dem Charme des Films keinen Abbruch getan.

Inszenatorisch gibt sich der Film stellenweise schön ambitioniert, vor allem die Einführungsszene kommt mit der Zeitlupenballerei sehr stilvoll daher. Später zeichnen den Film besonders zeitgeraffte Sequenzen und mit Schwarzlicht versetzte Masken aus. Keine Budget-verschlingenden Effekte, aber erstaunlich wirkungsvoll. So schafft es der Streifen doch tatsächlich inmitten des trashigen Humors ab und zu Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Für viele wird jedoch die Musik der eindeutige Schwachpunkt des Films darstellen. Diese ist sehr abwechslungsarm und nur auf eine geringe Zielgruppe zugeschnitten. Es erklingen nämlich fast ausschließlich uninspirierte Technobeats. Zugegebenermaßen passen diese zu den zeitgerafften Schwarzlichtsequenzen, doch nur eingefleischten Fans dieser Musikrichtung wird das Gedüdel auch bis zum Ende des Films nicht auf die Nerven gehen.

Der Aufbau der Story ist soweit solide, später verlagert sich das Geschehen auch auf mehrere Ebenen, doch paradoxerweise kommen gerade hier auch einige Hänger zum Vorschein. Hier sind dem Drehbuchschreiber vielleicht die Ideen ausgegangen, es handelt sich aber keineswegs um wirklich langweilige Stellen. Auch die Auflösung der Geschichte ist nicht wirklich bahnbrechend, wenigsten gibt es noch einige Ballereien. Hier, wie auch schon früher im Film, kommen ein paar nette Splattereffekte zum Vorschein.

"The Convent" ist ein erfischend lustiger Filmgenuss, nicht tiefsinnig oder anspruchsvoll, aber mit einem erstaunlichen Wiedersehwert und auch wirklich exzentrisch. Man sollte zu hohe Erwartungen vermeiden, denn Darsteller und Dialoge bürgen nicht für Qualität. Am besten konsumiert man den Film in freudiger Gesellschafft.

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