Review
von Leimbacher-Mario
So warm war Schnee selten
Der kleine Ralphie hat in den aufwühlenden 40ern keinen größeren Wunsch zu Weihnachten als ein berühmtes Gewehr. Natürlich in Spielzeugausführung, aber alles andere als nur uncooler Kinderkram. Doch der Weg zu seinem perfekten Geschenk ist weit und Eltern, Lehrer, Bullies erschweren ihn zusätzlich…
Was für ein schöner, kindlicher und wunderbar naiver Xmas-Klassiker! In den 80ern waren die 50er ähnlich angesagt wie die 80er selbst jetzt, sodass weder Jahrzehnt noch Retrofaktor wundern. Eine Art besserer Vorgänger zu „Gregs Tagebuch“. Die Kinderdarsteller nerven nicht, der Schnee ist echt, die einzelnen Settings und Szenen versprühen viel adventlichen Charme, sind gleichzeitig aber auch frech und locker genug. Es wird nahezu null auf die Tränen- und Kitschdrüsen gedrückt, was absolut nicht selbstverständlich ist in dieser filmischen Schublade. Es wundert mich kein Stück, warum der gerade in den Staaten auch heute noch wie ein heiliger Gral verehrt wird umso näher es zum 24. Dezember geht. Manchmal ist das „Home Alone“, manchmal ist das „It's a Wonderful Life“ - aber immer ist es ehrlich, echt, erinnerungswürdig. Allgemein wird das Leben als Kind samt Weihnachtsfieber, Tagträumen und „weltbewegenden“ Problemen hier meisterhaft eingefangen. Dass Bob Clark Weihnachten kann hat er ja schon (fast diametral zu dem hier besprochenen Werk) mit „Black Christmas“ bewiesen. „A Christmas Story“ tut in der Seele gut. Und sein simpler, generischer Titel sagt es eigentlich schon richtig: an solche Geschichten, Gefühle und Geschenke erinnert sich jeder gerne zurück!
Fazit: einer der kindlichsten, unschuldigsten, naivsten und dennoch unkitschigsten Weihnachtsfilme aller Zeiten - für Kinder wie Kindgebliebene!