Review

Immer nur Riesenkalamari sind ja langweilig, also drehen wir doch einfach mal wieder mal eine Runde durch Trash Valley.
Ich hatte gerade mal ne Stunde Zeit übrig, also ran an die höllischen 62 Minuten von "The Giant Leeches", was den Nicht-Anglizisten als die D-Monstervariante von "Angriff der Riesenegel" erklärt werden sollte.
Natürlich kommen in dem Film überhaupt keine Egel vor, sondern zwei tapfere Taucher, die in Erfüllung ihres Gehaltsschecks in unbequeme Plastiksäke geschlüpft sind, denen man noch ein paar Pseudopodien bzw. Tentakel angeklebt hat und sie mit einer Musterung versehen hat, die frappierend an die Chlorophyllgraphiken aus dem Bio-Lk erinnert.

Ich möchte aber vorwarnen, daß 62 Minuten extrem lang sein können, selbst wenn im Produzentensitz gleich zwei Cormans (Roger samt Bruder Gene) Platz genommen haben.
Nachdem man das Monster hier binnen 20 Sekunden nach Filmstart erstmals sieht (ist das Rekord?), wird der Zuschauer in eine kleine, aber unfeine Gemeinde von haarigen Yokeln geworfen, die irgendwo im Sumpf rumschippert und abends in die einzige Kneipe weit und breit rennt. Die wird von der dicken Wurst Walker geführt, der sich nach Genuß von "Lolita" offenbar irgendwo eine gelangweilte Babydollträgerin abgefegt hat, zu welchem Betrag auch immer. Yvette Vickers, die in den unsterblichen Krachers "Angriff der 20-Meter-Frau" und "Reform School Girl" rumgekraut ist, reibt sich erst mal zwei Minuten die Stelzen und schlüpft dann in was Bequemes, nämlich einen der Gäste. Dabei holt sie dann der Gatte samt Flinte ein und treibt das Pärchen in den Sumpf, wo sie natürlich zwei Plastiktüten begegnen. Derweil murkst sich Ranger Benton samt Verlobter und Wissenschaftsschwiegerpapi durch die Theorien zum Verschwinden, derweil man wegen Mordes die Wurst erst einkastelt und sie dann morgens drauf von der Zellendecke baumelt - Thema durch. Natürlich kommt irgendwann Brother Dynamite ins Spiel und ein paar Leichen an die Oberfläche...

Ist schon ne Leistung wie viele doofe Nebenhandlungen man unterbringen kann, selbst wenn man alles vor Ort dreht und nur ne Stunde Zeit hat. Hier haben wir wohl die unengagiertesten Retter aller Zeiten und die Monsterhatz am Ende samt Leichenbergung geht so unbewegt vonstatten, daß anzunehmen ist, daß die Gehaltsschecks auf sich warten ließen.
Unsere knuffigen Guppis, die in einer dampfenden Unterwasserhöhle an ihren Opfern rumnuckeln, die problemlos fliehen könnten, wenn sie laut Regieanweisung nicht immer nur asthmatisch rumröcheln und sich wälzen würden, sieht man übrigens noch ein paarmal, ohne daß es zu irgendeiner Form von Bedrohung kommen würde.
Das Lustigste an allem ist dann schon der Name des Regisseurs (Bernard Kowalski), dessen Unvermögen später in diversen TV-Engagements gipfelte, ehe er nochmals auf die Tierwelt losgelassen wurde (in SSSSSSnake Kobra).
Die Mucke ist übrigens noch ganz okay, Schnitt und Regie sind allerdings auf Tiefparterrenniveau, weswegen man meinem Beispiel trotz öffentlicher Zugänglichkeit des Films nicht folgen sollte, manchmal lohnen sich selbst absolute Heuler nicht. (1/10)

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