Soul Movie Food
2009 war Fatih Akin natürlich schon längst ein gemachter und angesehener Regisseur in Deutschland - doch mit "Soul Kitchen" machte er dennoch den nächsten Schritt (Richtung Mainstream?) und zeigte mit Nachdruck, was er Hamburg bedeutet, was ihm Hamburg bedeutet und dass er auch "Komödie" kann... "Soul Kitchen" erzählt von einem griechisch stämmigen Kneipen- bzw. Restaurantbesitzer, der mit gesundheitlichen sowie liebestechnischen als auch beruflichen Sorgen nicht gut dasteht. Da machen ein neuer, eigensinniger Koch und sein aus dem Knast entlassener Bruder die Sache nicht gerade unkomplizierter...
Zwischen Gyros, Gaumenrassisten und Gangstern
Im Matsch der deutschen (Rom-)Coms ist "Soul Kitchen" eine Perle, das muss man ganz deutlich betonen. Damals wie heute. Und nicht nur "Soul Kitchen", nahezu Akins komplette Filmografie. Aber "Soul Kitchen" ist auch darin noch eine Besonderheit. Wie er Hamburg einfängt, wie er Liebe einfängt, wie er Essen einfängt, wie er Ausländerklischees kippt und klarstellt - Akin liefert hier ganze Arbeit! Kurzweilig, frech, frisch. Zuerst denkt man etwas an eine Mischung aus Linklater und Tarantino oder Ritchie. Aber im Endeffekt ist Fatih Akin Fatih Akin und macht besonders bei "Soul Kitchen" sein ganz eigenes Ding. Diese Perle ist keine vor die Säue. Das gehört in einen Atemzug mit "Bang Boom Bang", "Goldene Zeiten" oder auch dänischen Delikatessen a la "In China essen Sie Hunde". Und endlich sieht man ein paar unserer bekanntesten Nasen mal wieder in Spiellaune und mit Freiheiten. Leidenschaft und Lammrücken. Die Dialoge wirken echt, rotzig, nie gewollt-cool und taugen trotzdem für Zitate und Kult. Und der Soundtrack hat auch etwas auf dem Kasten. Ein top Gesamtpaket.
Wichs mich nicht von der Seite an!
Fazit: Fatih Akins Ode ans Essen, an Hamburg, ans "Ausländersein" in Deutschland... "Soul KItchen" ist super lustig und doch gehaltvoll!