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Wow! Jet Lis „Total Risk“ ist einer der besten Filme aus Hongkong, die ich kenne und gehört zu den „Stirb langsam“ Variationen der Oberklasse.
Polizist Kit Li (Jet Li) wird mit seinem Team zu einer Schule gerufen: Ein Terrorist (Kelvin Wong), der sich Doc nennt, hat die Lehrerin, welche auch noch Kits Frau ist, und die Kinder (unter denen sich auch Kits Sohn befindet) in einen mit einer Bombe versehenen Bus gesperrt und fordert Lösegeld. Doch auch nachdem seine Forderungen erfüllt wurden lässt er die Bombe hochgehen. Ein durchaus sehenswerter Beginn mit einer netten Explosion, auch wenn einige Stereotypen des Actionfilms hier reproduziert werden.
Zwei Jahre später arbeitet Kit als Stuntdouble und Bodyguard für den eingebildeten Filmstar Frankie Lone (Jackie Cheung). Frankie ist eingebildet, eitel und nicht besonders fähig; aber trotzdem springt Kit für ihn von Dächern und hält ihm Reporter wie Fai-Fai (Valerie Chow) vom Hals. Bruce Lee Parodie Frankie darf für die nächsten Filmminuten erst mal für Unterhaltung sorgen, ehe es zur Action kommt.

Denn rund geht es erst nach ca. 30 Minuten als Doc und seine Terroristen ein Luxushotel besetzen, in dem wertvolle Juwelen ausgestellt werden. Eingeladen ist auch Frankie (so wie eigentlich alle größeren Sprechrollen des Films); Kit eskortiert ihn zum Hotel. Doch als er Verdacht schöpft und zusammen mit einem Polizisten (Chung-Hsien Yang), dessen Freundin Joyce (Charlie Yeung) dort arbeitet, in das Hotel eindringt, ist er bald der einzige, der die brutalen Killer aufhalten kann.
Bei „Total Risk“ darf man sich auf einen fetzigen Gewaltkracher aus Fernost einstellen, auch wenn der Plot keinen Blumentopf für Innovation gewinnt. Bei „Stirb langsam“ wird teilweise etwas deutlich geklaut (z.B. sind auch hier zwei der Terroristen Brüder), aber „Total Risk“ bietet einige wirklich abgedrehte (teilweise etwas zu abgedrehte) Ideen, die den Verlauf der Story auflockern und über den leichten Mangel an Spannung hinwegtäuschen. Wer also keine allzu hohen Ansprüche an den Plot stellt wird prima unterhalten.
Die Action lässt zwar etwas auf sich warten bietet aber eine fetzige Mischung aus Fights, Shoot-Outs, und Stunts mit ordentlich Krawumm. Für einen HK-Film sind die Plattmachszenen teilweise extrem aufwendig (z.B. der in das Hotel geflogene Hubschrauber) und die Stunts sehr spektakulär. Gekämpft wird zwar weniger, aber wenn dann sind die Fights sehenswert und akrobatisch (vor allem der Endfight zwischen Frankie und dem Schurken Bond). Die Shoot-Outs sind blutig, fantastisch choreographiert und temporeich – sie können sich mit den Referenzen in diesem Genre messen.

Zwischendurch wird noch etwas Humor in den Film gebracht. Dieser ist teilweise extrem klamaukig (vor allem in den Szenen mit der Reporterin), aber da der Film eh total abgefahren ist, kann man auch hierüber zumindest lächeln. Allerdings darf man keine großen Brüller oder besonders hintergründigen Humor erwarten. Aber immerhin ist Jackie Cheung als Bruce Lee Verarsche zum Schreien.
Kleine Schwächen hat der Film dann doch: Zum einen dauert es ein bisschen bis es richtig losgeht. Diese Zeit ist zwar auch unterhaltsam gestaltet und nicht langweilig, aber die Action ist hier nun mal das Herzstück des Films. Zum anderen fehlt „Total Risk“ ein wenig die Professionalität. Zwar ist es für einen HK-Film schwer das Niveau eines Hollywoodstreifens zu erreichen, aber John Woo gab seinen Filmen in Hongkong damals doch einen gewissen Touch, der das eher geringe Budget übertünchte.
Schauspielerisch gibt es nix großes zu sagen. Jet Li beweist ein wenig darstellerisches Geschick wenn er die Schmerzen Kits über den Verlust seiner Familie spielt, aber sehenswert ist in erster Linie sein Kampfstil. Die Nebendarsteller sind sowieso fast alle Comedic Sidekicks und brechen sich einen mit Grimassen ab, was zwar ganz witzig, aber schauspielerisch keine große Leistung ist.

„Total Risk“ gehört zu den besten Filmen von Jet Li und ist ein echtes Must See für den Fan harter Action, der auch über die kleinen Schwächen des Films hinwegsieht.

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