Werner Herzog ist für mich, zusammen mit Fatih Akin, der beste deutsche Regisseur, den wir im Moment haben. Zuletzt hat er dafür gesorgt, dass Nicolas Cage mit "Bad Lieutanant" endlich wieder in einem guten Film zu sehen war. Jetzt also hat er sich Willem Dafoe und Brad Dourif geschnappt. Leider muss ich gestehen, dass ich das erste mal so richtig von einem Werner Herzog Film enttäuscht wurde. Zwar ist der Stil und die Machart nicht übel, allerdings wird mir viel zu wenig über die Beweggründe von Brad erklärt. Seine Wandlung wirkte wenig plausibel auf mich bzw. eher unausgereift. Zwar liebe ich Filme, wo man vieles hinein interpretieren kann, doch bei diesem Film ist es kaum möglich irgendwas zu interpretieren, da der Film einem keinerlei Anhaltspunkte liefert. Alles wird lieblos mit einer Art "Ist-einfach-so"-Schaufel auf uns geschüttet, sodass dem Zuschauer zu keiner Stunde die Möglichkeit erbietet, auf den Film näher einzugehen. Zusätzlich finde ich es sehr schade, dass sowohl Dafoe, als auch Dourif zu total belanglosen Nebendarstellern degradiert wurden, dessen Rolle wirklich jeder Schauspieler hätte spielen können. Der Film endet zudem auch noch wenig spektakulär, man weiß quasi schon zu Beginn was es mit den "Geiseln" auf sich hat. Dadurch ist der Film, trotz interessanter Rückblend-Geschichten, völlig spannungsarm. Ich habe wirklich die ganze Zeit auf den großen Knall gewartet, doch leider war dieses Warten vergebens.
Fazit : Strauße, erstochene Mütter und zahme Flamingos, mehr hat dieser Film irgendwie nicht zu Bieten. Ok, das Szenario war Klasse, die Rückblend-Geschichten gut eingesetzt und der Hauptdarsteller spielt wirklich "wahnsinnig" gut, aber trotzdem lieber Herr Herzog, das können sie doch viel viel besser!
6/10