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Eine ruhige Vorortsgegend in San Diego, Kalifornien: Detective Havenhurst hat einen bizarren Mordfall zu untersuchen. Das Opfer ist Mrs. Maccallam, eine vornehme Middleclass-Lady in den mittleren Jahren, die mit einem langen Schwert niedergestochen wurde. Hauptverdächtiger: Ihr Sohn Brad, der sich nun in einem Haus in der Nachbarschaft verschanzt hat und offenbar zwei Geiseln genommen hat. Vergeblich versucht Havenhurst ihn zur Vernunft zu bringen.

Werner Herzog und David Lynch, trifft da zusammen, was zusammen gehört, oder fabrizieren zwei verdiente Exzentriker einen Haufen hirnrissigen Stuss? Tja das muß wie immer jeder für sich selbst entscheiden, ich tendiere aber leider zu letzterem. Mir war zwar beim Lesen der Beteiligten klar, das hier keine mainstreamkompatible Geschichte Marke "aalglatt erzählt" gesponnen wird, sondern eher schwere Kost zu erwarten ist, aber das Potpourri der hier zusammen gekocht wird macht nicht wirklich Sinn.
Man hat zwar ständig das Gefühl das man bei jedem weiteren Anschauen die Geschichte besser und besser verstehen würde, aber ich hatte doch arge Probleme mich einmal durch die komplette Laufzeit zu kämpfen. Zumindest war immer noch die Hoffnung das der Showdown mit Brad und seinen zwei angeblichen Geiseln (deren Identität aufmerksame Zuschauer natürlich sofort erahnen) und der belagernden SWAT Einheit den ganzen verquasten Vorlauf einigermaßen entschädigen würden, doch Pustekuchen. Wer auf einen Big Bang hofft wird bitterlich enttäuscht, anderesits paßt das Luschen-Ende auch zum Rest vom Fest.
Echte Fans der beiden Macher können aber ruhig mal einen Blick reinschauen. Lynch läßt mal wieder keine Chance aus, dem Zuschauer alles an Interpretionsmöglichkeiten abzurufen und Symbolismen zu erkennen, Herzog durfte mal wieder kurz in Peru vorbeischauen, wo er ja zusammen mit einem Herr Kinski mit jedem cm² auf du und du steht, aber unbeteiligte Zuschauer werden sich vermutlich nur kurz fragen, was denn der ganze Scheiß nun sollte.
Zudem hat die Geschichte den großen Fehler, das die Hauptfigur Brad wohl die am schlechtesten geschriebene des ganzen Films ist. Niemand erklärt auch nur mit der leisesten Flatulenz, warum er in Peru nun auf einmal das Aussteigercamp verlassen will, woher seine plötzliche Schwert-Fixierung kommt oder auch nur die leiseste Motivation des Abgleitens in den Wahnsinn kommt. Visuell dienen dazu zwar die Rückblenden des Theaterstücks, aber wirkliche Motive werden vorenthalten.
Inspired by a true Story heißt es dann noch im Vorspann, ich hoffe die Nachbarn in dem wirklichen Fall hatten bessere Unterhaltung als die Zuschauer dieses Vehikels. Für mich blieb nur als Fazit, keine Action, keine Spannung, kein Thrill und kein Humor, da können auch die guten Darsteller nix mehr reißen.
3/10

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